CEO Newmarket: USA sollten Bitcoin-Käufe mit 2 Billionen Dollar in Bit-Anleihen finanzieren
- Staatliche Bitcoin-Anleihen: Die "Bit Bonds" sollen 10 % der Emissionserlöse zur Bitcoin-Reservebildung nutzen und gleichzeitig die Schuldenlast senken.
- Geringere Zinsbelastung: Die Anleihen würden eine niedrigere Verzinsung (1 % statt 4,5 %) bieten, was massive Einsparungen für den US-Haushalt bedeuten könnte.
- Langfristiges Wachstumspotenzial: Falls Bitcoin weiter wächst, könnte dies nicht nur die Staatsfinanzen entlasten, sondern auch Bürgern als steuerfreies Sparinstrument dienen.
Neues Finanzmodell: "Bit Bonds" als alternative Staatsanleihen?
Beim "Bitcoin For America"-Event am 11. März präsentierte Andrew Hohns, CEO von Newmarket Capital, eine visionäre Idee für ein neuartiges Finanzinstrument: die sogenannten "Bit Bonds". Seine Kernthese: Die US-Regierung könnte durch eine innovative Kombination aus Bitcoin-Investments und einer neuen Form von Staatsanleihen sowohl ihre Schulden effizienter verwalten als auch einen erheblichen Bitcoin-Bestand aufbauen.
NEW: ?? Newmarket Capital CEO suggests the USA issue $2 trillion of Bit Bonds to buy $200 billion of #Bitcoin pic.twitter.com/Bvy8031MJy
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) March 12, 2025
Das Konzept erscheint umso brisanter, da es nur wenige Tage nach der Bekanntgabe der "Strategischen Bitcoin-Reserve" (SBR) durch Präsident Donald Trump kommt. Diese Initiative fordert das Finanzministerium dazu auf, kosteneffiziente Möglichkeiten zu finden, um Bitcoin zu erwerben, ohne die Haushaltsplanung zu belasten.
Wie funktionieren die "Bit Bonds"?
Hohns sieht ein Anleihenmodell vor, bei dem 10 % der Emissionserlöse für den Kauf von Bitcoin genutzt werden. Bei einer Anleihe im Gesamtwert von 2 Billionen US-Dollar würden somit 200 Milliarden direkt in BTC fließen, während der Rest reguläre Staatsausgaben finanziert.
Die Bonds würden einen niedrigen Zinssatz von nur 1 % für die ersten zehn Jahre tragen, was erheblich unter dem aktuellen US-Zinsniveau von 4,5 % liegt. Die Anleger würden jedoch von einem Endauszahlungsmodell profitieren, das eine garantierte Verzinsung von 4,5 % sowie eine Beteiligung an der möglichen Bitcoin-Wertsteigerung vorsieht.
Hohns erklärte:
„Von 2 Billionen US-Dollar fließt ein Zehntel in Bitcoin, während der Rest für andere Staatsausgaben genutzt wird. Die Regierung würde sich zudem 50 % der Bitcoin-Gewinne sichern.“
Finanzielle Auswirkungen auf den US-Haushalt
Einer der größten Vorteile dieses Modells liegt laut Hohns in der Reduzierung der Zinslast des US-Staats. Während die regulären 10-jährigen Staatsanleihen derzeit mit etwa 4,5 % verzinst sind, würde der "Bit Bond" lediglich 1 % kosten. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 70 Milliarden US-Dollar pro 2 Billionen US-Dollar Emission.
Auf zehn Jahre hochgerechnet wäre das eine Reduktion der Zinsbelastung um 700 Milliarden US-Dollar. Selbst nach Abzug der 200 Milliarden US-Dollar für Bitcoin verbleibt ein Nettoeinsparpotenzial von 354 Milliarden US-Dollar. Hohns betont dabei, dass das Modell haushaltsneutral sei – also keine zusätzlichen Kosten für Steuerzahler verursachen würde.
Sollte der Bitcoin-Preis in den kommenden Jahren weiter steigen, könnte das Modell sogar langfristig dazu beitragen, Teile der US-Staatsschulden zu tilgen. Historische Wachstumsraten von Bitcoin zeigen, dass eine konservative Preissteigerung bereits ausreichen könnte, um signifikante Gewinne zu realisieren.
Breitere wirtschaftliche Auswirkungen
Neben den direkten Vorteilen für den Staatshaushalt könnte das Konzept von "Bit Bonds" laut Hohns auch weitere wirtschaftliche Effekte haben:
- Zinsrückgang auf breiter Front: Die gesenkten Renditen könnten auch andere Kreditformen günstiger machen – etwa für Hypotheken, Autokredite oder Unternehmensfinanzierungen.
- Vermögensaufbau für Haushalte: Falls 20 % der Anleihen von Privatpersonen gezeichnet würden, könnte jeder Haushalt im Schnitt für 2.900 US-Dollar "Bit Bonds" erwerben. Diese wären, so Hohns’ Vorschlag, steuerfrei – also von Einkommens- und Kapitalertragssteuern ausgenommen.
- Sicherung gegen Inflation: Bitcoin gilt als deflationäre Währung und könnte langfristig als Absicherung gegen den Wertverlust des US-Dollars dienen.
Auch wenn Hohns das Konzept als "Gedankenexperiment" beschreibt, hat es beim "Bitcoin For America"-Event große Aufmerksamkeit erregt. Die Idee, dass der Staat sich nicht nur günstiger finanzieren, sondern gleichzeitig auch eine bedeutende Bitcoin-Reserve aufbauen könnte, erscheint auf den ersten Blick attraktiv.
Ob der US-Kongress und das Finanzministerium diesen Vorschlag aufgreifen, bleibt jedoch abzuwarten. Kritiker dürften insbesondere die Volatilität von Bitcoin als potenzielles Risiko sehen. Dennoch fasste Hohns seine Vision optimistisch zusammen:
„Bit Bonds sind eine Win-Win-Win-Lösung. Ich würde mir wünschen, dass sie von der Regierung und dem Kongress ernsthaft in Betracht gezogen werden.“