Cathie Wood: Warum Bitcoin auf 1,5 Millionen Dollar steigen könnte

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Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Cathie Wood: Warum Bitcoin auf 1,5 Millionen Dollar steigen könnte

In einem ausführlichen Interview mit dem Podcast Diary of a CEO hat die Gründerin und Chefin von ARK Invest, Cathie Wood, eine provokante These aufgestellt: Der aktuelle Preis von Bitcoin sei nur ein Bruchteil seines wahren Potenzials. Ihrer Einschätzung nach könnte der Bitcoin bis 2030 auf 1,5 Millionen US-Dollar steigen. Der Grund? Ein bevorstehender „institutioneller Landraub“ in Verbindung mit einem historisch knappen Angebot.

ETF-Zulassung als Katalysator: Der institutionelle Run hat erst begonnen

Laut Wood hat die US-Börsenaufsicht SEC mit der Genehmigung der ersten Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 einen entscheidenden Wendepunkt ausgelöst. Sie spricht von einem regelrechten "Grünes-Licht-Ereignis" für institutionelles Kapital, das nun Zugang zu einem liquiden, regulierten Anlageprodukt erhält.

„Institutionen haben gerade erst angefangen, Kapital zuzuweisen“, so Wood im Gespräch mit Steven Bartlett. Sie betont, dass Vermögensverwalter weltweit Billionen von Dollar kontrollieren – denen aber aktuell nur ein Bruchteil des Bitcoin-Angebots zur Verfügung steht.

Die Daten bestätigen ihre Einschätzung: Bereits jetzt halten die US-Spot-ETFs über 1,2 Millionen BTC – also rund 5,7 % der maximal verfügbaren Menge. Angesichts von nur noch 1 Million zu minenden Bitcoins sieht Wood ein deutliches Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entstehen. Die Folge sei ein anhaltender Preisdruck nach oben, sobald mehr institutionelle Investoren einsteigen.

Bitcoin als globale Geldalternative: Der monetäre Masterplan

Cathie Wood sieht Bitcoin nicht nur als Spekulationsobjekt oder Technologietrend, sondern als grundlegendes monetäres System. Sie beruft sich dabei auf den Ökonomen Arthur Laffer, der Bitcoin als „regelbasiertes globales Geldsystem“ bezeichnet – eine Alternative zum aktuellen Papiergeldsystem, das seit dem Ende des Goldstandards 1971 besteht.

„Bitcoin wird durch Code gesteuert, nicht durch Politik“, so Wood.

Diese Transparenz und Unveränderbarkeit machen Bitcoin aus ihrer Sicht besonders attraktiv für:

  • Zentralbanken in schwachen Währungsregionen
  • Unternehmen mit hoher Inflationsexponierung
  • Junge Generationen, die mit digitalen Assets aufwachsen

Laut Wood ist besonders in Schwellenländern ein Bedürfnis nach wertstabilen digitalen Rücklagen spürbar. Und während ältere Anleger noch an Gold festhalten, sei für Millennials und Gen Z „Digitales Gold“ längst vertrauter als physische Barren.

Das Modell von ARK: Drei Haupttreiber und ein gigantisches Preisziel

ARK Invest hat sein Bitcoin-Szenario grundlegend überarbeitet. Das neue Basismodell sieht einen BTC-Preis von 1,5 Millionen US-Dollar bis zum Jahr 2030 vor. Dieses Ziel basiert auf drei wesentlichen Wachstumstreibern:

  1. Portfolio-Allokationen durch Institutionen
    Immer mehr Pensionsfonds, Stiftungen und Vermögensverwalter setzen sich mit Bitcoin auseinander. Sobald erste Akteure investieren, geraten andere unter Leistungsdruck. Die Furcht, hinter dem Markt zurückzubleiben, könnte eine Kettenreaktion auslösen.
  2. Nachfrage als Wertaufbewahrungsmittel durch Millennials und Gen Z
    Jüngere Generationen bevorzugen digitale Lösungen und sind mit Krypto-Ökosystemen vertraut. Sie betrachten Bitcoin nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Sicherheitsanker gegen Währungsentwertung.
  3. Graswurzel-Adoption in inflationären Ländern über Stablecoins
    Bitcoin wird zunehmend über Stablecoin-Backends genutzt – als Brücke zwischen Fiatgeld und Krypto. In Ländern mit stark schwankenden Währungen (z. B. Argentinien, Nigeria) steigt die Nutzung rasant.

Bemerkenswert ist: In ARKs Modell sind noch keine großflächigen Staatsreserven oder Bitcoin-besicherte Kreditsysteme enthalten. Sollte es zu einer solchen Entwicklung kommen, könnte sich die Prognose laut Wood noch deutlich nach oben verschieben.


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Vertrauen, Volatilität und das Ende des Fiat-Zeitalters?

Auch wenn Bitcoin bekannt für seine Kursschwankungen ist, glaubt Wood, dass sich der Markt zunehmend beruhigt. Derivatehandel und die hohe Liquidität durch ETFs würden Preisspitzen und Abstürze dämpfen.

Gleichzeitig äußert sie grundsätzliche Kritik an der aktuellen Geldpolitik. Ihrer Ansicht nach gefährdet die Kombination aus:

  • steigenden Haushaltsdefiziten,
  • hohen Zinsen,
  • wachsendem Vertrauensverlust in Fiatgeld

die langfristige Stabilität des US-Dollars als Weltreservewährung. Bitcoin biete hier eine neutrale, nicht manipulierbare Alternative, abgesichert durch das weltweit größte Computernetzwerk.

„Regierungen können zwar keine neuen Bitcoins erschaffen – aber sie können unendlich viel Fiat drucken“, warnt Wood.

In diesem Spannungsfeld liege das wahre Argument für Bitcoin als Wertspeicher.

Der Kampf um knappe digitale Güter hat begonnen

Mit ihrer optimistischen Prognose bleibt Cathie Wood eine der bekanntesten Bitcoin-Befürworterinnen im institutionellen Lager. Ihre Argumentation ist dabei nicht technik-, sondern geldpolitisch motiviert: Bitcoin sei das knappe Gut unserer Zeit, vergleichbar mit Land, Gold oder Öl – nur globaler, transparenter und vollständig digital.

Und je mehr große Investoren Zugang erhalten, desto knapper wird das verfügbare Angebot auf offenen Märkten. Für Wood ist deshalb klar:

„Wer zu lange zögert, muss später teuer kaufen – oder leer ausgehen.“

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.