Bybit-Hack: 77 % der gestohlenen Gelder weiterhin nachverfolgbar
- Ermittler konnten 77 % der entwendeten 1,4 Milliarden US-Dollar noch verfolgen.
- 280 Millionen US-Dollar wurden bereits gewaschen, während 42 Millionen eingefroren wurden.
- THORChain spielte eine zentrale Rolle bei der Umwandlung von ETH in BTC.
Bybit-CEO Ben Zhou hat bestätigt, dass rund 1,07 Milliarden US-Dollar der insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar, die bei dem jüngsten Sicherheitsvorfall der Börse entwendet wurden, noch nachverfolgt werden können.
Ermittlungen und eingefrorene Gelder
In einem Update vom 4. März erklärte Zhou, dass die Angreifer bereits 280 Millionen US-Dollar – etwa 20 % der gestohlenen 499.000 ETH – erfolgreich gewaschen haben. Gleichzeitig gelang es den Ermittlern, 42 Millionen US-Dollar (3 % der gestohlenen Summe) einzufrieren.
3.4.25 Executive Summary on Hacked Funds:
Total hacked funds of USD 1.4bn around 500k ETH, 77% are still traceable, 20% has gone dark, 3% have been frozen.
Breakdown:
- 83% (417,348 ETH, ~$1B) have been converted into BTC with 6,954 wallets (Average 1.71 btc each) . This and…— Ben Zhou (@benbybit) March 4, 2025
Um gestohlene Vermögenswerte wiederzufinden, wurden 11 unabhängige Kopfgeldjäger beauftragt, die dafür insgesamt 2,1 Millionen US-Dollar erhielten. Zu den wichtigsten Helfern gehörten Mantle, Paraswap und der Blockchain-Analyst ZachXBT.
Die Rolle von THORChain
Zhou deckte auf, dass die Hacker einen Großteil der gestohlenen ETH in Bitcoin (BTC) über THORChain umwandelten. Diese dezentrale Plattform ermöglicht Cross-Chain-Swaps und wurde offenbar genutzt, um die gestohlenen Gelder zu verschleiern. Rund 83 % der gestohlenen Vermögenswerte – etwa 417.348 ETH im Wert von 1 Milliarde US-Dollar – wurden in BTC umgewandelt und auf 6.954 verschiedene Wallets verteilt, mit durchschnittlich 1,71 BTC pro Wallet.
Diese Aktivität führte dazu, dass das Transaktionsvolumen von THORChain in den letzten zwei Wochen auf über 5,8 Milliarden US-Dollar anstieg. Der Blockchain-Analyst EmberCN berichtete, dass die Plattform dadurch etwa 5,5 Millionen US-Dollar an Gebühren generierte. Allerdings wurde THORChain aufgrund seiner Struktur von der Blockchain-Sicherheitsexpertin Taylor Monahan kritisiert. Sie argumentierte, dass die Plattform durch ihre isolierte Funktionsweise Kriminellen eine Möglichkeit biete, Gelder zu waschen, und dass vor allem Insider von diesen illegalen Transaktionen profitieren.
Zhou betonte jedoch, dass die auf THORChain bewegten Gelder weiterhin nachverfolgbar seien. Es sei entscheidend, diese Mittel einzufrieren, bevor sie von Hackern über zentralisierte Börsen, OTC-Schalter oder Peer-to-Peer-Netzwerke ausgezahlt werden können.
Weitere Plattformen involviert: ExCH und OKX
Neben THORChain wurden auch andere Plattformen zur Geldbewegung genutzt. Laut Zhou floss ein erheblicher Teil der gestohlenen ETH über ExCH und das OKX Web3 Proxy.
- 40.233 ETH (ca. 100 Millionen US-Dollar) wurden über OKX Web3 Proxy transferiert. Davon konnten 16.680 ETH weiterhin nachverfolgt werden, während für die verbleibenden 23.553 ETH (ca. 65 Millionen US-Dollar) noch weitere Informationen von OKX erforderlich sind.
- 79.655 ETH (etwa 16 % der gestohlenen Gelder) liefen durch ExCH, eine Börse, die zuvor bestritten hatte, in die Geldwäsche des Bybit-Hacks verwickelt zu sein.
In einer Stellungnahme vom 23. Februar wies ExCH Vorwürfe zurück, dass sie Gelder für nordkoreanische Akteure gewaschen habe. Die Börse gab jedoch zu, dass ein „unbedeutender Teil“ der gestohlenen Gelder auf eine ihrer Adressen gelangte. Die daraus entstandenen Gebühren wolle ExCH für gemeinnützige Zwecke spenden.