Bitcoin unter Liquiditätsdruck: Warum Arthur Hayes jetzt auf Zcash setzt
Bitcoin steht erneut im Zentrum einer kontroversen Marktdiskussion: Während der Kurs in den vergangenen Tagen auf ein Sieben-Monats-Tief fiel, macht Arthur Hayes – Mitgründer von BitMEX und bekannter Makro-Analyst – eine sinkende Dollar-Liquidität für den Rückgang verantwortlich. Gleichzeitig sorgt ein anderer Trend für Aufsehen: Hayes und prominente Investoren wie die Winklevoss-Zwillinge verlagern Teile ihres Kapitals von Bitcoin in den Privacy-Coin Zcash, der zuletzt eine außergewöhnliche Rally verzeichnete. Die Frage, die sich nun stellt: Handelt es sich um eine kurzfristige Verschiebung oder um ein Signal für tiefere strukturelle Veränderungen im Kryptomarkt?
- Bitcoin
(BTC) - Preis
$64,575.00
- Marktkapitalisierung
$1.3 T
Bitcoin unter Druck: Hayes warnt vor Liquiditätsengpass
Bitcoin rutschte jüngst unter die Marke von 90.000 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Monaten. Für Arthur Hayes steht fest, dass dieser Rückgang weniger mit schwindender institutioneller Nachfrage zu tun hat als mit einer spürbaren Verknappung der Dollar-Liquidität. Aus seiner Sicht fungiert Bitcoin als Barometer für die globale Geldmenge: Wenn die Liquidität schrumpft, reagiert der Markt meist empfindlich.
“Snow Forecast” a discussion of the USD liquidity situation and the crypto weakness.
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) November 17, 2025
Hayes geht davon aus, dass Bitcoin kurzfristig sogar in die unteren 80.000er fallen könnte. Gleichzeitig betont er, dass dies kein strukturelles Problem darstellt, sondern ein makroökonomisches Signal. Sollte es zu einem größeren Rücksetzer an den Aktienmärkten kommen und die US-Regierung erneut die Geldschleusen öffnet, könnte Bitcoin seiner Einschätzung nach in Richtung 200.000 bis 250.000 US-Dollar steigen – vorausgesetzt, die Liquidität kehrt schnell zurück.
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ETF-Abflüsse verstärken die Unsicherheit am Bitcoin-Markt
Parallel zur Liquiditätsschwäche sieht der Markt historische Abflüsse bei den großen Bitcoin-ETFs. Der BlackRock IBIT ETF verzeichnete am 14. November Abflüsse von rund 463 Millionen US-Dollar innerhalb eines Tages und markierte damit einen neuen Negativrekord. Dieser wurde nur wenige Tage später, am 18. November, mit Abflüssen von 523 Millionen US-Dollar sogar noch übertroffen. Weltweit summierten sich die Abflüsse aller Bitcoin-ETFs in diesem Zeitraum auf mehr als zwei Milliarden US-Dollar, was die ohnehin angespannte Marktstimmung spürbar verstärkte.
Hayes führt diese Entwicklung jedoch nicht auf veränderte Marktmeinungen zurück, sondern auf ein ganz anderes Phänomen: Basis-Trades. Viele große ETF-Halter – darunter Hedgefonds wie Goldman Sachs oder Jane Street – kaufen die ETF-Anteile nicht aus Überzeugung für Bitcoin, sondern als Bestandteil eines Arbitragegeschäfts. Werden diese Trades weniger profitabel, brechen die ETF-Zuflüsse ein, was von Kleinanlegern oft falsch interpretiert wird.
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Bitcoin ETFs: Warum Basis-Trades die Marktstimmung verzerren
Ein Basis-Trade funktioniert vereinfacht so: Ein Fonds kauft einen Bitcoin-ETF und geht gleichzeitig eine Short-Position in Bitcoin-Futures ein. Sobald sich Preisunterschiede reduzieren, entsteht ein Gewinn – unabhängig davon, ob der Bitcoin-Preis steigt oder fällt. Da diese Strategie kapitaleffizient ist, nutzten große Marktteilnehmer sie über Monate hinweg intensiv.
Doch der Rückgang der „Basis“ macht die Trades weniger ertragreich. Das Ergebnis: ETF-Zuflüsse sinken, was Retail-Anleger als Zeichen schwacher institutioneller Nachfrage deuten. Dieser Fehlalarm verstärkt laut Hayes die Abwärtsbewegung – ein Kreislauf, der sich erst dann durchbricht, wenn Liquidität zurückkehrt oder das Marktumfeld dreht.
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Zcash auf dem Vormarsch: Winklevoss und Hayes setzen auf Privatsphäre
Während Bitcoin mit Liquiditäts- und ETF-Dynamiken kämpft, erlebt Zcash ein unerwartetes Comeback. Seit Ende September legte der Privacy-Coin zeitweise über 120 Prozent zu. Ein wesentlicher Treiber: institutionelles Kapital. Das börsennotierte Unternehmen Leap Therapeutics hat sich in Cypherpunk Technologies umbenannt und verfolgt nun ein reines Digital-Asset-Treasury-Modell mit Fokus auf Zcash - nach dem Vorbild des Bitcoin-Treasury-Pendants Strategy.
Hinter der Strategie stehen die Winklevoss-Zwillinge, die über ihren Fonds Winklevoss Capital bereits mehr als 50 Millionen US-Dollar investiert haben. Ihr Ziel ist ambitioniert: bis zu fünf Prozent des gesamten Zcash-Angebots zu akkumulieren. In einer Pressemitteilung wurde bestätigt, dass Cypherpunk bereits über 203.000 ZEC hält – rund 1,25 Prozent des zirkulierenden Angebots.
- Zcash
(ZEC) - Preis
$491.53
- Marktkapitalisierung
$8.25 B
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Zcash als digitales Bargeld: Neues Narrativ gewinnt an Stärke
Tyler Winklevoss bezeichnet Zcash als das „verschlüsselten Bitcoin“ und stellt es als zentrales Werkzeug für digitale Privatsphäre in den Fokus. Während Bitcoin sich zunehmend als Wertspeicher etabliert, soll Zcash das Pendant für private, zensurresistente Zahlungen werden – eine Art digitales Bargeld für eine zunehmend überwachte Welt.
Privacy is the precondition for many of our freedoms. It’s the point at which government and corporate reach end and our individual freedoms and self-sovereignty begin. As our lives have moved online, privacy’s become a rare, vanishing commodity.
That’s why we founded Cypherpunk… https://t.co/PD38Id90pg
— Tyler Winklevoss (@tyler) November 12, 2025
Diese Perspektive trifft den Nerv eines Marktes, der sich mit wachsender KI-Überwachung, Datenanalyse und staatlicher Kontrolle auseinandersetzt. Der Kursanstieg von Zcash sowie die enorme Aufmerksamkeit für Cypherpunk Technologies zeigen, dass das Privacy-Narrativ an Stärke gewinnt und erstmals wieder institutionelle Relevanz entwickelt.
Arthur Hayes’ Zcash-Strategie: Selbstverwahrung statt Börsenriskio
Auch Arthur Hayes verstärkt den Trend zu Zcash. Er erklärte auf X, dass ZEC mittlerweile zur zweitgrößten Position seines Investmentfonds Maelstrom gehört. Zudem forderte er Anleger dazu auf, Zcash von zentralisierten Börsen abzuziehen und in Self-Custody-Wallets zu sichern.
Due to the rapid ascent in price, $ZEC is now the 2nd largest *LIQUID* holding in @MaelstromFund portfolio behind $BTC.
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) November 7, 2025
If you hold $ZEC on a CEX, withdraw it to a self-custodial wallet and shield it.
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) November 12, 2025
Seine Argumentation: Nur wer die Coins selbst hält, schützt sich vor möglichen Eingriffen, Liquiditätsengpässen oder regulatorischen Einschränkungen. Hayes’ klare Positionierung sorgt dafür, dass Zcash nicht nur von institutioneller Seite, sondern auch im Retail-Bereich zusätzliche Aufmerksamkeit erhält.
Bitcoin abhängig von der Liquidität – Zcash profitiert vom Privacy-Trend
Sollte die US-Regierung im Fall eines Aktienmarktrückgangs neue Dollar-Liquidität bereitstellen, könnte Bitcoin laut Hayes bis zum Jahresende in Richtung 250.000 US-Dollar steigen. Zur gleichen Zeit wächst das Interesse an Privacy-Coins, die in einem zunehmend digitalisierten Umfeld neue Funktionen übernehmen könnten.
Ob sich die Kapitalströme langfristig verschieben, bleibt offen. Doch die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt: Bitcoin und Zcash stehen nicht im Wettbewerb, sondern bedienen unterschiedliche Narrative – das eine makroökonomisch, das andere gesellschaftlich-technologisch. Beide Trends könnten 2025 und 2026 zu den wichtigsten Themen im Kryptomarkt werden.