Bitcoin stabilisiert sich über 112.000 US-Dollar – doch „Wholecoiner-Signal“ warnt vor Unsicherheit
Nach dem kurzzeitigen Rutsch unter die Marke von 110.000 US-Dollar zeigt sich Bitcoin wieder etwas stabiler. Der Kurs konnte sich auf rund 112.000 US-Dollar erholen und damit kurzfristig den schlimmsten Verkaufsdruck abfedern. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Analysten warnen, dass BTC weitere Schwäche zeigen könnte, falls die Verkäuferseite dominiert. Die Stimmung am Markt wirkt fragil, die kurzfristige Richtung ist offen.
Wholecoiner-Aktivität auf Tiefststand im Zyklus
Besondere Aufmerksamkeit gilt aktuell einem on-chain Signal, das der Analyst Darkfost hervorhob. Demnach ist die Zahl der Transaktionen von sogenannten Wholecoinern – Investoren, die mindestens einen vollen Bitcoin halten – auf den niedrigsten Stand des aktuellen Zyklus gefallen.
📉 Wholecoiners exchange inflows hit cycle lows !
The number of transactions coming from wholecoiners, investors holding at least 1 full BTC, has dropped to its lowest level of this cycle.
💥 On Binance, after peaking in November 2023 with average annual inflows of nearly 11… pic.twitter.com/t9nB0AUopG
— Darkfost (@Darkfost_Coc) September 28, 2025
Auf Binance sind die Zuflüsse dieser Anlegergruppe von fast 11.500 BTC im November 2023 auf rund 7.000 BTC zurückgegangen. Auch über alle großen Börsen hinweg ist der Trend klar: Im Mai 2024 lagen die jährlichen Einzahlungen von Wholecoinern noch bei rund 45.000 BTC, aktuell sind es nur noch etwa 30.000 BTC. Diese Entwicklung verdeutlicht nachlassende Aktivität unter langfristigen Investoren und verstärkt die Unsicherheit am Markt.
Warum Wholecoiner ein besonderes Signal liefern
Wholecoiner gelten als symbolisch und wirtschaftlich bedeutend, da es angesichts des hohen BTC-Preises immer schwieriger wird, eine ganze Einheit zu besitzen. Steigende Einzahlungen dieser Gruppe an Börsen deuten meist auf Gewinnmitnahmen oder Risikoreduzierung hin – mit entsprechend zusätzlichem Verkaufsdruck. Sinkende Einzahlungen hingegen gelten als Zeichen von Haltebereitschaft und reduzieren das verfügbare Angebot am Markt, was stabilisierend wirkt.
In der aktuellen Phase ist der Rückgang der Zuflüsse ein ambivalentes Signal: Einerseits spricht er für Überzeugung unter langfristigen Anlegern, andererseits verdeutlicht er, wie stark die Aktivität insgesamt nachgelassen hat. Damit bleibt die Frage offen, ob sich daraus eine Basis für eine Erholung bildet oder ob die schwächere Dynamik Raum für weitere Korrekturen lässt.
Technische Lage: Widerstände und Unterstützungen
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert Bitcoin bei rund 112.200 US-Dollar. Der Kurs konnte sich vom Test der 110.000er-Zone lösen, doch der Blick auf die gleitenden Durchschnitte zeigt, dass Widerstände unmittelbar bevorstehen.
Die 50-Tage-Linie liegt bei etwa 114.000 US-Dollar und stellt den nächsten kurzfristigen Härtetest dar. Ein Durchbruch darüber könnte den Weg in Richtung 123.000 bis 127.000 US-Dollar öffnen – dort liegt das Hoch aus Mitte August. Ohne diesen Impuls droht BTC jedoch erneut in die Konsolidierung zurückzufallen.
Auf der Unterseite bietet die 100-Tage-Linie bei etwa 111.000 US-Dollar eine erste Absicherung. Fällt der Kurs darunter, rückt die 200-Tage-Linie bei rund 104.000 US-Dollar als nächste tragende Unterstützung in den Fokus.
Bitcoin hat die Marke von 110.000 US-Dollar zunächst verteidigt, was für kurzfristige Stärke spricht. Doch das Wholecoiner-Signal mahnt zur Vorsicht: Die sinkende Aktivität dieser Investorengruppe unterstreicht, dass das Vertrauen im aktuellen Zyklus auf die Probe gestellt wird. Entscheidend wird nun, ob es BTC gelingt, die Widerstände bei 114.000 und darüber bei 123.000 US-Dollar zu überwinden – nur dann wäre der Weg in höhere Kursregionen wieder frei.