Bitcoin-Reserve auch in Polen möglich? Realität oder Vision?
- Sławomir Mentzen, Vorsitzender der Partei „New Hope“ und Präsidentschaftskandidat, plant die Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve für Polen und betont seine starke Unterstützung für Kryptowährungen.
- Mentzen bestätigte seine Absichten auf der sozialen Plattform X, während ein Gesetzesentwurf zur Bitcoin-Reserve, unterstützt von der US-basierten „Satoshi Action Fund“, bereits ähnliche Bemühungen in anderen Regionen andeutet.
- Trotz Mentzens Ambitionen ist die Realisierung des Plans unsicher, bedingt durch die monatäre Autonomie Polens und den geringen politischen Einfluss seiner Partei, die bei den letzten Parlamentswahlen nur 6,2% der Stimmen erreichte.
In einer kürzlich geführten Diskussion auf der sozialen Plattform X kündigte Sławomir Mentzen, Vorsitzender der polnischen Partei „New Hope“ und Kandidat für die bevorstehende Präsidentschaftswahl, an, dass er die Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve in Polen plane. Mentzen, der persönlich 33,7 Bitcoin im Wert von über 3 Millionen US-Dollar besitzt, betonte damit seine deutliche Unterstützung für die Kryptowährung.
Ein Dialog auf X führt zur Bestätigung des Vorhabens
Die Diskussion kam in Gang, als Lech Wilczyński, CEO von Instar Energy Lab S.A. und Mitbegründer von InPay, Mentzen über seine Ambitionen zur Förderung einer Bitcoin-Reserve befragte. Mentzen reagierte unmissverständlich auf Wilczyńskis Frage und bestätigte seine Absichten mit einem klaren „Selbstverständlich“ auf X.
Wilczyński sprach daraufhin auf X über den Gesetzesentwurf zur Bitcoin-Reserve, der von der Non-Profit-Organisation „Satoshi Action Fund“ stammte und durch die US-basierte Lobbygruppe um Dennis Porter unterstützt wurde. Ähnliche Gesetzesvorlagen wurden bereits in anderen Regionen wie Pennsylvania vorgestellt. Trotz der starken Unterstützung durch Mentzen ist die Realisierung des Plans in Polen noch ungewiss. Polen nutzt seine eigene Währung, den Złoty, und ist nicht Teil der Eurozone, was dem Land eine besondere monatäre Autonomie verleiht. Diese könnte die Implementierung einer Bitcoin-Reserve beeinflussen.
Politisch gesehen könnte der geringe Einfluss der als rechtsextrem charakterisierten Partei „Neue Hoffnung“ eine Herausforderung darstellen. Bei den Parlamentswahlen 2023 konnte die Partei nur 6,2% der Stimmen und damit 12 Sitze im Sejm, dem Unterhaus des polnischen Parlaments, erringen. Mentzen bezeichnete das Ergebnis selbst als „Niederlage“. Nach aktuellen Stände der Sitzverteilung sieht BitcoinDACH die legislative Umsetzung des Vorstoßes als unwahrscheinlich an, da Mentzens Partei im polnischen Senat deutlich unterrepräsentiert ist.
Ausblick auf die polnische Präsidentschaftswahl
Mentzen tritt als Kandidat für die Koalition „Konföderation“ in der kommenden Präsidentschaftswahl an. Trotz seiner politischen Tätigkeit und den Herausforderungen, die er erlebt hat – darunter die Sperrung seines Instagram-Kontos vor den letzten Parlamentswahlen – bleibt er eine prominente Persönlichkeit, besonders unter jungen Wählern, dank seiner Popularität auf TikTok.
Seine Vision von einer „Krypto-Haven“ in Polen, mit niedrigen Steuern und kryptofreundlicher Regulierung, könnte jedoch bei einem Wahlsieg bedeutsame Veränderungen für Polen und möglicherweise auch für die Finanzpolitik innerhalb der EU nach sich ziehen.