Ist der Bitcoin Kurs gerade unterbewertet?!
- Markttrends und -dynamik: Bitcoin durchlebte am vergangenen Wochenende signifikante Preisbewegungen, erreichte kurzzeitig 58.250 US-Dollar, fiel dann aber unter den 200-Tage EMA
- Hauptursachen der Preisbewegungen: Der Bitcoin-Kurs wurde durch eine Reihe von Faktoren wie historische Korrekturphasen, veränderte Dynamiken bei Bitcoin ETFs und die Verkäufe von beschlagnahmten Bitcoins durch die deutsche Regierung massiv beeinflusst, was zu punktuellen Preisstürzen führte.
- Zukünftige Indikatoren und Marktbeurteilung: Laut COO Sina G von 21st Capital ist Bitcoin deutlich unterbewertet, basierend auf dem Volatility-Adjusted Price Level Index (VPLI), und zukünftige Preisentwicklungen könnten durch weitere Regierungsverkäufe und das Verhalten der Perpetual Swaps Funding Rate beeinflusst werden, die Hinweise auf eine bevorstehende Preisänderung sein könnten.
Am vergangenen Samstag erlebte Bitcoin einen robusten Aufschwung und überschritt kurzzeitig die Marke von 58.250 US-Dollar. Dennoch konnte diese Dynamik nicht aufrechterhalten werden; der Schlusskurs lag unter dem 200-Tage Exponential Moving Average (EMA), was dazu führte, dass sich ein bärisches "Engulfing Candlestick-Pattern" am Sonntag bildete. Dies deutet auf ein mögliches weiteres Abwärtsmomentum hin. Aktuell notiert Bitcoin unter 56.000 US-Dollar und befindet sich damit an einem kritischen Punkt sowohl in technischer Analyse als auch in Bezug auf die Marktstimmung.
Signifikante Faktoren des Preisverlaufs
Sina G, COO und Mitbegründer von 21st Capital, lieferte eine Einschätzung zu den aktuellen Kursbewegungen von Bitcoin. Er verwies darauf, dass Bitcoin seit seinem Höhepunkt im März bei 73.000 US-Dollar einen drastischen Rückgang um 26 % erlebt hat. Sina zufolge stehe dieser Rückgang im Einklang mit historischen Korrekturphasen in Bullenmärkten, welche häufig signifikante, aber temporäre Rückgänge verzeichnen.
Die Wirksamkeit von Bitcoin ETFs ist hierbei nicht zu unterschätzen. Ursprünglich trugen sie erheblich zur Preissteigerung von 16.000 auf 73.000 US-Dollar bei, als Investoren intensiv die Strategie des "buy-the-rumor, buy-the-news" verfolgten. Laut Sina führten jedoch verlangsamte ETF-Zuflüsse und vermehrte Ausflüsse seit Mitte März zu einer schwächeren Preisentwicklung, die schließlich auf das Niveau von 56.000 US-Dollar zurückfiel.
Eine bemerkenswerte Rolle spielte auch die Verkaufsaktivität der deutschen Regierung, die Bitcoin, welche 2013 auf der Plattform Movie2k.to beschlagnahmt wurden, veräußerte. Die Verkaufsentscheidung für etwa 10.000 Coins in drei Transaktionen fiel direkt mit signifikanten Preisrückgängen zusammen, was im Juni und Juli zu einem abrupten Einbruch von 24% führte. Diese Verkäufe haben durch die erhöhte Menge an Bitcoin, die in den Markt eingeführt wurde, den Preis zusätzlich gedrückt.
Ist Bitcoin unterbewertet?
Um zu beurteilen, ob Bitcoin gegenwärtig unterbewertet ist, griff Sina auf den Volatility-Adjusted Price Level Index (VPLI) zurück, einen von 21st Capital entwickelten proprietären Metrik. Nach Sina liegt der VPLI derzeit bei -3,57, was darauf hindeutet, dass Bitcoin signifikant unter seinem fairen Preis notiert. Ein VPLI-Wert von -10 wird üblicherweise mit dem Tiefpunkt von Bärenmärkten in Verbindung gebracht.
Für die nähere Zukunft betonte Sina zwei entscheidende kurzfristige Indikatoren, die den unmittelbaren Preisverlauf von Bitcoin bestimmen könnten: weitere Verkäufe der deutschen Regierung und das Verhalten der Perpetual Swaps Funding Rate. Die kürzlich negative Funding Rate deutet typischerweise auf eine bärische Stimmung hin, da viele Trader Short-Positionen einnehmen und weitere Rückgänge erwarten. Dies könnte paradoxerweise anzeigen, dass der Markt möglicherweise nahe an einem Tiefpunkt angelangt ist.