Bitcoin knackt Rekordhoch – Ethereum kurz vor Allzeithoch
Bitcoin hat am frühen Morgen ein neues Allzeithoch von über 124.000 USD erreicht und damit den bisherigen Rekord vom Juli übertroffen. Gleichzeitig näherte sich Ethereum mit einem Kurs von rund 4.780 USD der psychologisch und charttechnisch wichtigen 4.800-USD-Marke, die zuletzt Ende 2021 erreicht wurde.
Beide Assets notieren damit an oder über historischen Schlüsselmarken – ein Szenario, das häufig zusätzliche Marktdynamik entfaltet. Die aktuelle Rallye wird von einer Mischung aus makroökonomischen Erwartungen, regulatorischen Impulsen und einer bullishen Derivatemarkt-Positionierung getragen.
Zinssenkungserwartungen als Rückenwind
Ein entscheidender Treiber kommt aus den Zinsmärkten: Die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinssenkung im September liegt laut Fed-Futures inzwischen bei über 80 %. Historisch wirken niedrigere Zinsen stützend auf Risikoanlagen, da Kapital in wachstumsorientierte Märkte fließt. Für den Kryptomarkt 2025 wirkt die Kombination aus geldpolitischer Lockerung und anhaltender institutioneller Nachfrage wie ein doppelter Katalysator.
Die US-Regierung hat in den vergangenen Monaten die Rahmenbedingungen für digitale Assets verbessert. Dazu gehören Maßnahmen, die Krypto-Investments in 401(k)-Rentenplänen erlauben, sowie die Verabschiedung des Stablecoin GENIUS Act, der regulatorische Klarheit im Zahlungsverkehr schafft. Diese politischen Weichenstellungen stärken vor allem das Vertrauen institutioneller Anleger.
Technische Marken und Marktstruktur
Der jüngste Bitcoin-Anstieg verlief über mehrere wichtige Widerstände: 120.923 USD und 123.164 USD wurden durchbrochen, bevor das neue Hoch markiert wurde. Optionsdaten zeigen, dass Trader kurzfristig auf 126.000 USD zielen; falls das Momentum anhält, sind auch 128.000 bis 132.000 USD im Gespräch.
Ethereum hat seit Jahresbeginn rund 41 % zugelegt und steht damit nur 50 USD unter dem bisherigen Allzeithoch. Laut Standard Chartered könnte ETH in den kommenden sechs Monaten auf 7.500 USD steigen – vorausgesetzt, die Marke von 4.800 USD wird nachhaltig überschritten, was den Eintritt in die Preisfindung bedeuten würde.
Laut Reuters hat sich der US-Dollar abgeschwächt, da Investoren auf Zinssenkungen setzen – ein genereller Vorteil für Risikoanlagen. Im Kryptomarkt verstärken sich diese Makro-Tailwinds durch:
- starke ETF-Zuflüsse seit Jahresbeginn,
- wachsende Teilnahme traditioneller Finanzakteure,
- klare regulatorische Signale in den USA.
Parallel dazu sind Spot-Volumen und Open Interest in Futures und Optionen auf Mehrjahreshöchststände gestiegen, während On-Chain-Daten eine robuste Netzwerkauslastung zeigen.
Ausblick
Kurzfristig gilt für Bitcoin die Zone um 125.000 USD als Widerstand. Ein Ausbruch könnte den Weg Richtung 132.000 USD freimachen. Für Ethereum bleibt die 4.800-USD-Marke der zentrale Trigger für eine mögliche, neue Hochphase.
Nach dem jüngsten Hoch hat Bitcoin in den letzten Stunden leicht korrigiert und notiert etwa 1,7 % darunter bei rund 121.900 USD. Ethereum bewegt sich weiterhin knapp unter seinem Rekord – ein Signal, dass die 2025er-Rallye in beiden Assets noch nicht am Ende sein muss.