Bitcoin erreicht neues Allzeithoch – und löst eine Liquidationswelle aus
Bitcoin hat am 9. Juli ein neues Allzeithoch erreicht und dabei die Marke von 112.000 US-Dollar durchbrochen. Nach wochenlanger Seitwärtsbewegung unterhalb der bisherigen Höchststände konnte die Kryptowährung einen starken Impuls setzen – begleitet von massiven Liquidationen im Derivatemarkt.
Die neue Kursmarke übertraf das vorherige Intraday-Hoch von 111.814 US-Dollar aus dem Mai und setzte ein klares Signal an den Markt: Der Bullenmarkt ist intakt. Doch während sich der Spotmarkt euphorisch zeigte, gerieten zahlreiche Short-Positionen in Bedrängnis – mit Folgen.
Liquidationen übersteigen 500 Millionen US-Dollar – Großteil durch Short-Squeeze
Daten von CoinGlass zeigen, dass innerhalb von 24 Stunden Krypto-Positionen im Wert von rund 528 Millionen US-Dollar liquidiert wurden. Davon entfielen 453 Millionen – etwa 85 % – auf Short-Positionen, also auf Wetten gegen steigende Kurse. Besonders betroffen waren Bitcoin und Ethereum mit Liquidationen von jeweils 225 Millionen US-Dollar bzw. 148 Millionen US-Dollar.
Ein solch massiver Short-Squeeze ist typisch für den Kryptomarkt. Die hohe Volatilität gepaart mit großzügigem Hebel (Leverage) macht Positionen auf beiden Seiten anfällig für schnelle Liquidierungen. Trader, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, wurden innerhalb kürzester Zeit aus dem Markt gedrängt, was die Aufwärtsbewegung noch beschleunigt haben dürfte.
Auch in den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu solchen Liquidationsereignissen, die durch plötzliche Kurssprünge ausgelöst wurden. Doch diesmal zeigen sich interessante Abweichungen in der Marktstruktur.
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Open Interest zeigt schnelle Erholung – neues Kapital könnte in Longs fließen
Wie aus aktuellen Daten von Glassnode hervorgeht, folgte auch diesem Liquidationsereignis zunächst ein Rückgang des sogenannten Open Interest. Dieser Indikator zeigt die Gesamtzahl der offenen Derivatepositionen auf zentralisierten Börsen. Wenn Trader liquidiert werden oder Positionen schließen, sinkt dieser Wert typischerweise – ein erwartetes Muster nach einem Short-Squeeze.
Bemerkenswert ist jedoch, dass sich das Open Interest nach dem Rückgang ungewöhnlich schnell wieder erholte. Während bei den vorangegangenen Squeezes die offene Positionierung länger niedrig blieb, kam es diesmal zügig zu einem Anstieg.
Diese Entwicklung deutet laut Analysten darauf hin, dass sich neue Long-Positionen im Markt formieren. Das heißt: Marktteilnehmer nutzen die jüngste Kursbewegung nicht zur Gewinnmitnahme, sondern scheinen verstärkt auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends zu setzen.
Insgesamt sprechen die aktuellen Daten eine klare Sprache: Die Mehrheit der Trader hatte kurzfristig nicht mit einem so raschen Ausbruch gerechnet. Die hohe Zahl an Short-Liquidationen zeigt eine falsch positionierte Marktmehrheit – ein klassisches Kennzeichen eines Short-Squeeze, der durch eine enge Liquiditätslage zusätzlich verstärkt wurde. Die schnelle Rückkehr des Open Interest legt nahe, dass das Vertrauen in weiter steigende Kurse ungebrochen ist.