Bitcoin: Cathie Wood sieht das Ende des traditionellen Vierjahreszyklus

Marc Wenzel
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Marc Wenzel
Krypto-Analyst & Marktstratege

Seit 13 Jahren ist er tief in der Kryptoszene verwurzelt und hat den Aufstieg von Bitcoin sowie DeFi von Anfang an begleitet. Mit Fokus auf wirtschaftliche Hintergründe analysiert er den Markt sachlich und kritisch. Er hilft dabei Risiken besser zu verstehen und Chancen klar einzuordnen.

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Bitcoin: Cathie Wood sieht das Ende des traditionellen Vierjahreszyklus

Die Diskussion über den historischen Vierjahreszyklus von Bitcoin hat in den vergangenen Monaten eine neue Richtung eingeschlagen. Besonders deutlich äußert sich Ark-Invest-CEO Cathie Wood, die argumentiert, dass Bitcoin heute nicht mehr dem klassischen Muster folgt, das über ein Jahrzehnt für Prognosen herangezogen wurde. Ihre These basiert auf einer veränderten Marktstruktur, einer neuen Rolle von Bitcoin im globalen Risikoappetit sowie einer klaren Verschiebung hin zu Gold als bevorzugtem „Safe Haven“. Diese Faktoren werfen die Frage auf, ob die alte Logik von Halving, Bullenmarkt und starkem Absturz tatsächlich ausgedient hat.

Bitcoin und der Abschied vom klassischen Vierjahresmodell

Cathie Wood betont in einem Interview mit Fox Business, dass das traditionelle Halving-Narrativ deutlich an Bedeutung verloren hat. Bitcoin habe sich über die Jahre stark gewandelt, insbesondere durch die zunehmende Beteiligung institutioneller Investoren. Während die frühe Marktphase von extremer Volatilität geprägt war, sieht Wood heute eine strukturell stabilere Entwicklung, die drastische Drawdowns unwahrscheinlicher macht. Der Markt reagiere weniger impulsiv auf das Halving, welches lange Zeit als wichtigster Preistreiber galt.

Die professionelle Kapitalbasis führt aus Woods Sicht dazu, dass historische Muster nicht mehr zuverlässig angewendet werden können. Zwar beeinflusst die Angebotsverknappung weiterhin das langfristige Narrativ, doch dadurch allein lasse sich die Marktmechanik nicht mehr erklären. Bitcoin habe ein neues ökonomisches Umfeld betreten, in dem andere Kräfte dominanter geworden sind.

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Institutionelle Ströme „disruptieren“ den Zyklus

Ein zentraler Punkt in Woods Argumentation ist die massive institutionelle Nachfrage, die durch ETFs und neue Investitionsmodelle entstanden ist. Große Marktteilnehmer agieren langfristiger und risikooptimierter, wodurch Marktbewegungen weniger spekulativ ausfallen. Wood verweist darauf, dass Bitcoin bereits deutlich weniger volatil ist als in früheren Jahren, in denen Rückgänge von 75 bis 90 Prozent regelmäßig vorkamen.

Diese Veränderung führt aus ihrer Sicht dazu, dass der Markt seine lokalen Tiefs schneller ausbildet und größere Crash-Zyklen abflachen. Das Halving selbst steht nicht mehr im Vordergrund, da Kapitalallokationen großer Anleger wichtiger geworden sind. Für Wood ist die jüngste Marktschwäche daher nicht zwingend ein Vorbote eines neuen Bärenmarktes, sondern Ausdruck eines widerstandsfähigeren, reiferen Marktes.


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Bitcoin als Risk-On-Asset: Der entscheidende Paradigmenwechsel

Der vielleicht wichtigste Aspekt in Woods Analyse ist die veränderte Rolle von Bitcoin im globalen Finanzsystem. Während BTC in der Vergangenheit in manchen Phasen als „risk-off“ wahrgenommen wurde – etwa während der europäischen Schuldenkrise oder der US-Regionalbankenkrise 2023 –, sieht Wood dieses Verhalten heute nicht mehr. Bitcoin reagiere zunehmend wie ein klassisches Risk-On-Asset, das im Gleichlauf mit Aktien, Tech-Titeln oder Immobilienmärkten läuft.

Damit rückt ein zentrales Element in den Fokus: Bitcoin eignet sich aus Woods Sicht aktuell nicht als Krisenschutz. Stattdessen findet der klassische „Fluchtmechanismus“ in Gold statt. Die Rolle des sicheren Hafens habe sich wieder in Richtung des Edelmetalls verschoben, während Bitcoin konjunktursensitiver geworden sei. Diese Neubewertung ist ein entscheidender Baustein ihrer Überzeugung, dass die alte Halving-Logik nicht mehr greift.


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Gold gegen Bitcoin: Warum Anleger heute anders reagieren

Wood beschreibt eine klare Verschiebung in der Risikoarchitektur der Märkte: Während Gold wieder stärker als Sicherheitsanker fungiere, nutzten Anleger Bitcoin vor allem in Phasen positiver Marktstimmung. Das zeigt sich auch in externen Indikatoren. Auf der Vorhersageplattform Myriad liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin Gold im Jahr 2025 outperformt, lediglich bei rund vier Prozent. Für Wood ist dies kein Widerspruch zu einer langfristig positiven Bitcoin-These, sondern ein Signal dafür, dass der Markt BTC derzeit anders kategorisiert als früher.

Diese Dynamik spielt unmittelbar in die Diskussion um den Vierjahreszyklus hinein. Wenn Anleger Bitcoin nicht mehr als Schutzasset sehen, sondern als Wachstumsasset, verliert das Halving an Bedeutung. Der Markt folgt weniger einem festen Muster und stärker den Strukturen des globalen Risikoappetits – ein zentraler Pfeiler ihrer Argumentation.


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Makroökonomie und Marktstruktur: Eine doppelte Verschiebung

Interessanterweise wird Woods Sichtweise von anderen Marktteilnehmern gestützt, wenn auch aus unterschiedlichen Richtungen. Arthur Hayes sieht das Ende des Vierjahreszyklus ebenfalls, jedoch aus makroökonomischer Perspektive. Er veröffentlichte seine Analyse bereits im Oktober, zu einem Zeitpunkt, als die Debatte über den strukturellen Wandel noch deutlich leiser war. In seinem Essay argumentiert Hayes, dass Bitcoin vor allem von globaler Liquidität, Geldpolitik und Kreditzyklen bestimmt wird – und nicht vom Halving selbst.

Während Wood institutionelle Strukturen betont, verweist Hayes auf die monetären Rahmenbedingungen als entscheidenden Faktor. Beide kommen jedoch zum gleichen Ergebnis: Das Halving ist heute nicht mehr der primäre Treiber des Bitcoin-Preises. Auch Standard Chartered argumentiert, dass ETF-Flüsse das Halving als Preisdynamik ersetzt haben. Die Bank erwartet eine endgültige Bestätigung dieses Trends bis spätestens 2026. Zusammen ergibt sich ein Bild, das Woods These untermauert: Die Marktinfrastruktur hat sich tiefgreifend verändert – und mit ihr die Zyklen.

Ein neuer Blick auf Bitcoin und Gold

Der Übergang von Bitcoin als potenziellem Krisenschutz hin zu einem klaren Risk-On-Asset verändert die Marktdynamik grundlegend. Cathie Wood sieht darin den Hauptgrund dafür, dass der historische Vierjahreszyklus „disruptiert“ wurde. Die zunehmende institutionelle Beteiligung und die Rückkehr von Gold als bevorzugtem Risk-Off-Hedge verstärken diesen Effekt. Bitcoin reagiert heute stärker auf Liquidität, Risikoappetit und Markttrends – weniger auf sein eigenes Halving.

Für Anleger bedeutet das eine Anpassung der Analysewerkzeuge: Der Blick richtet sich künftig stärker auf die makroökonomische Umgebung, institutionelle Kapitalflüsse und das Verhältnis zwischen Risiko-Assets und sicheren Häfen. Die alte Zykluslogik bleibt Teil der Geschichte – aber nicht mehr Teil der Gegenwart.

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Seit 13 Jahren ist er tief in der Kryptoszene verwurzelt und hat den Aufstieg von Bitcoin sowie DeFi von Anfang an begleitet. Mit Fokus auf wirtschaftliche Hintergründe analysiert er den Markt sachlich und kritisch. Er hilft dabei Risiken besser zu verstehen und Chancen klar einzuordnen.