Bitcoin Kursanalyse: Doji-Kerzen zeigen umstrittene Marktsituation an – erhöhtes Downside-Potential
Bitcoin zeigt trotz kurzfristiger Erholung und Doji-Kerzen ein überwiegend bärisches Marktbild, da zentrale gleitende Durchschnitte und psychologische Unterstützungen verloren wurden und weiteres Abwärtspotenzial bis 84.000 USD wahrscheinlich erscheint.
Preisentwicklung der letzten Tage
Bitcoin hat am 14. Januar ein lokales Hoch erreicht und befindet sich seitdem in einer Korrektur. Das lokale Tief lag dabei bei 88.300 USD, die Kerze schloss dabei am 20. Januar bei diesem Preis. In den folgenden Tagen erholte sich der Kurs leicht auf über 89.000 USD.
Im dritten Tag in Folge sehen wir, dass sich Doji-Kerzen (Open und Close nah beieinander) ausbilden, die teils sehr lange Schatten haben. Diese Kerzen entstehen, wenn der Markt unentschlossen ist und sowohl Anstiege als auch Absenkungen Verkauf- bzw. Kauf-Order triggern.
Doji-Kerzen: Umstrittener, zweideutiger Indikator
Für viele wird der Indikator auch als klassischer Hinweis darauf gesehen, dass ein Breakout oder ein Breakdown erfolgen könnte und zwar entgegen gesetzt zum vorherrschenden Trend. Bei Bitcoin als ungewöhnlich volatiles Asset müsste man allerdings willkürlich auswählen, auf welchen Zeitrahmen man diesen Trend anwenden möchte.

So befinden wir uns seit Dezember in einer Seitwärtsbewegung, bei der zunächst ein leichter bullischer Trend zu sehen war, der nun in der letzten Woche in eine Korrektur gemündet ist. Im mittelfristigen Szenario befinden wir uns seit Oktober in einem Bärenmarkt. Im übergeordneten Szenario jedoch wiederum in einem noch immer bullischen Cycle, der im November 2024 begann.

Die Gewichtung des Indikators der langbeinigen Doji-Kerzen sehen wir daher im Gesamt-Kontext daher nur gering an. Vor allem da bisher nur zwei dieser Kerzen aufgetreten sind, und dies auch in der jüngeren Vergangenheit kein zuverlässiger Indikator war (siehe Chart-Abbildung).
Angst bestimmt den Markt mit bärischer Struktur bei den Tagesdurchschnitten
Das aktuelle Preisgeschehen ist in jedem Fall eindeutig bärisch geprägt, wie auch der aktuelle Fear and Greed Index anzeigt, der mittlerweile bei 25 steht.
Bitcoin Fear and Greed Index is 25. Fear
Current price: $89,480 pic.twitter.com/wzakmAY5wi— Bitcoin Fear and Greed Index (@BitcoinFear) January 24, 2026
Auch der mittel- bis langfristige Trend ist dabei bärisch, was sich an den Tagesdurchschnitten ablesen lässt (kurzfristige gleitende Durchschnitte befinden sich unter den jeweils längeren). Der gleitende Durchschnitt der letzten 50 Tage hält sich derzeit über dem psychologischen Wert von 90.000 USD. Inzwischen sinkt er wieder leicht und liegt bei 90.200 USD (50 SMA). Die anderen Durchschnitte liegen bei 95.000 USD (100 SMA), und 105.200 USD (SMA 200).
Momentumsindikatoren - bärisch bis neutral
Beim Relative Strength Index (RSI) liegt der einfache Wert derzeit bei 43,5 und hat sich damit gegenüber der vergangenen Woche stark abgesenkt. Der gleitende Durchschnitt der letzten 14 Tage des Wertes liegt jedoch noch immer bei 53,9. Damit sind beide Werte noch immer im neutralen Bereich.

Bei der Moving Average Convergence Divergence (MACD) hat sich am Montag ein bärisches Signal abgezeichnet. Dabei hat die Signallinie sich inzwischen stark von der MACD-Linie abgesetzt, sodass das bärische Signal als etabliert gelten kann. Das letzte bärische Signal des MACD-Indikators trat am 17. Dezember auf, nivellierte sich jedoch schnell wieder. Die letzte anhaltende bärische Phase des Indikators trat damit im November auf.
Abwärts-Potential durch Verlust der Tagesdurchschnitte und psychologische Unterstützungszonen
Statt das Augenmerk auf die Doji-Kerzen zu richten, sollten Trader derzeit eher beachten, dass die umstrittene Marktsituation kurz unterhalb der psychologischen Zone von 90.000 USD befindet. Ich würde dies als bärischen Indikator sehen, da Bitcoin hier nach einer bullischen Phase von Ende Dezember bis Mitte Januar keine neuen Widerstandszonen erobern konnte. Diese lag zu diesem Zeitpunkt beim 100er SMA bei 97.000 USD bzw. bei der psychologischen Zone von 100.000 USD.
Dass der Kurs nach dieser aus Bullensicht gescheiterten Rally sich nun verlängert unterhalb der nächsten psychologischen Unterstützung von 90.000 USD (und 50 SMA bei 90.200 USD) aufhält, ist aus meiner Sicht daher ein Indikator, dass Bitcoin derzeit größeres Abwärts-Potential aufweist. Aufgrund dessen halte ich es für wahrscheinlich, dass Bitcoin in den nächsten Wochen die im November und Dezember bereits geteste Unterstützungszone von 84.000 USD testen wird.