Bitcoin-Hashrate sinkt – Warnsignal oder gesunde Korrektur
Die Bitcoin-Hashrate ist derzeit um etwa 15 % vom Allzeithoch im Oktober 2025 (ca. 1,1–1,16 ZH/s) auf Werte um 950–1.000 EH/s abgesunken. Neben dem Bärenmarkt bei Bitcoin gibt es für die Hashrate-Senkung viele weitere Gründe.
Bitcoin Hashrate sinkt seit Allzeithoch im Oktober
In den ersten Wochen des neuen Jahres zeigt der Bitcoin-Netzwerk-Hashrate eine deutliche Abwärtsbewegung. Nach dem Allzeithoch von etwa 1,16 Zettahash pro Sekunde (ZH/s) im Oktober 2025 ist die 7-Tage-Durchschnitts-Hashrate mittlerweile auf Werte um 950–1.000 EH/s (also unter 1 ZH/s) gefallen. Das entspricht einem Rückgang von rund 15 % vom Peak und ist der niedrigste Stand seit September 2025.
Laut aktuellen Daten von Bitinfocharts liegt die Hashrate in den letzten Tagen zwischen 950 EH/S bzw 1 ZH/s. Gleichzeitig steht die nächste Difficulty-Anpassung am 22. Januar 2026 an. Dadurch dürfte die Hashrate weiter sinken. Prognosen reichen dabei von –3,8 % bis –5,5 %, was bereits die siebte negative Anpassung in den letzten acht Perioden wäre.
Hauptgrund für den Rückgang
Viele professionelle Bitcoin-Miner schreiben derzeit rote Zahlen. Große Operationen machen pro gemintem Bitcoin Verluste von bis zu 8.000 USD. Die durchschnittlichen Mining-Kosten liegen laut Schätzungen von MacroMicro und der Cambridge University bei etwa 99.000 bis 101.000 USD pro Bitcoin, was eine negative Marge von bis zu 12.000 USD beim aktuellen Kurs ergibt.
Hauptursachen sind hohe Stromkosten. Viele Miner zahlen zwischen 0,07 und 0,10 USD pro Kilowattstunde. Ältere und ineffiziente Hardware kann dabei die Kosten weiter steigern. Ein weiterer Grund ist der seit dem Halving 2024 auf nur noch 3,125 BTC reduzierte Block-Reward.
Besonders hart trifft es hoch verschuldete oder energieintensive Betriebe. Die Folge ist eine klassische Capitulation-Phase. Miner schalten Maschinen ab, verkaufen Bitcoin-Bestände, um liquide zu bleiben, und erzeugen dadurch kurzfristig Verkaufsdruck. Die verbleibende Hashrate sinkt, der Hashprice steigt tendenziell leicht. Nur Miner mit extrem günstigem Strom unter 0,06 USD/kWh, modernster Hardware und solider Bilanz bleiben derzeit profitabel.
Weitere Ursachen – Konkurrenz durch Remote Computing und AI
Ein zunehmend entscheidender Faktor für den sinkenden Bitcoin-Hashrate ist die Umschichtung großer Mining-Unternehmen und Colocation-Betreiber hin zu AI- und High-Performance-Computing-Diensten. Dort sind die Margen derzeit deutlich attraktiver und vor allem stabiler als beim volatilen Bitcoin-Mining. Viele Miner leiten Strom, bestehende Infrastruktur und sogar Hardware-Kapazitäten um, um Rechenleistung an Hyperscaler wie Microsoft, OpenAI oder andere AI-Firmen zu vermieten. Oft geschieht dies für vielfach höhere Einnahmen als beim Bitcoin-Mining.
Ein ebenfalls vorhandener vergleichsweise vernachlässigbarer Effekt besteht auch in der Abwanderung der Hashpower zu anderen profitableren Proof-of-Work-Blockchains. So gilt derzeit laut Daten von coin.dance beispielsweise die Bitcoin-Fork Bitcoin Cash um rund 2,8% profitabler für Miner als Bitcoin Core. Jedoch beträgt die Hashpower hier etwas weniger als 10 EH/s und damit rund nur 1 % der Hashrate hinter Bitcoin Cash.
Was bedeutet das für Bitcoin?
Kurzfristig wirkt ein sinkender Hashrate erst einmal beunruhigend.Allerdings hat das Netzwerk solche Phasen schon mehrfach durchlaufen. Selbst in den letzten Jahren gibt es dafür einige Beispiel, wie dem Mining-Verbot in China 2021, dem 2022-Crash und nach früheren Halvings.
Wer bei Bitcoin bullisch ist, sollte daher nicht gleich schwarz sehen. Historisch folgt auf starke Kapitulation auch immer eine Erholung. Wie bei anderen Wettbewerben verschwinden ineffiziente Miner und der Markt schreitet effizienter voran.