Bitcoin-Bärenmarkt nur manipuliert? – Finanzexperten sehen illegales Wash-Trading als Ursache

Michael Sprick
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Michael Sprick
Kryptojournalist

Seit 7 Jahren berichtet er aus Barcelona über die Kryptowelt und bringt Erfahrung von Stationen wie BTC ECHO mit. Er spezialisiert sich auf Web3 sowie die EU MiCA Regulierung. Seine kritischen Analysen verbinden technisches Wissen mit Marktgeschehen und bieten Lesern klare Orientierung.

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Bitcoin-Bärenmarkt nur manipuliert? – Finanzexperten sehen illegales Wash-Trading als Ursache

Finanzexperten vermuten, dass die wiederkehrenden Bitcoin-Kursrückgänge zur US-Markteröffnung nicht auf fundamentale Schwächen, sondern auf eigentlich illegales Wash-Trading und algorithmische Manipulation zurückzuführen sind. Bestimmte Firmen sollen dahinter stecken und auf diese Weise Bitcoin günstiger akkumulieren, wobei ein regulatorischer Durchbruch erst 2026 erwartet wird.

Wiederkehrende Abverkäufe zur US-Markteröffnung

Bitcoin verzeichnet seit Wochen auffällige Kursrückgänge, die nahezu punktgenau mit der Öffnung der US-Märkte zusammenfallen. Binnen Minuten löschen diese Bewegungen oft die Gewinne der vorangegangenen Nacht aus. Zuletzt, als innerhalb von rund 20 Minuten 16 Stunden positiver Kursentwicklung verpufften. Marktbeobachter sprechen inzwischen von einem Muster, das sich seit Anfang November fast täglich wiederholt und bereits in den Quartalen zwei und drei sichtbar gewesen sein soll.


Der Blick auf die Intraday-Charts zeigt ein konsistentes Bild. Kurz nach 10 Uhr Eastern Time fällt der Kurs steil, oft ohne vorherige Warnsignale aus dem makroökonomischen Umfeld. Anschließend stabilisiert sich der Markt langsam, gelegentlich folgt eine Erholung. Dieses wiederkehrende Muster hat Analysten hellhörig gemacht.

Beobachter verweisen auf eine mögliche Rolle des Hochfrequenzhandels. Die auffällig sauberen, zeitlich eng begrenzten Kursbewegungen ähneln typischen algorithmisch gesteuerten Ausführungen, die auf Liquiditätszonen abzielen.

Verdacht auf Wash-Trading

Im Zentrum der Diskussion steht der Verdacht, dass einzelne große Marktteilnehmer systematisch Verkaufsdruck erzeugen, um anschließend günstiger wieder einzusteigen. Diese Strategie folgt laut Analysten einer einfachen Logik. Abverkauf zum Marktstart, Druck in bestehende Liquiditätspools, Rückkauf zu tieferen Kursen und tägliche Wiederholung.

Dieses Verhalten wird von einigen Experten als Form von Wash-Trading eingeordnet, da dieselben Akteure innerhalb kurzer Zeit Kauf- und Verkaufsorders platzieren und dadurch künstlich Marktstimmung erzeugen. In regulierten Märkten wäre ein solches Vorgehen verboten. Im Kryptosektor besteht jedoch ein Graubereich, da Handelsplätze weltweit unterschiedlich überwacht werden.

Mehrere Beobachter bringen in diesem Zusammenhang die US-Handelsfirma Jane Street ins Spiel, die zu den größten High-Frequency-Trading-Anbietern der Welt gehört. ZeroHedge verweist darauf, dass Jane Street über die nötige Geschwindigkeit und Liquidität verfügt, um Märkte für kurze Zeiträume zu bewegen. Zudem wurde öffentlich, dass die Firma über 2,5 Milliarden US-Dollar im Bitcoin-ETF IBIT von BlackRock hält, einer ihrer größten Positionen. Dies führte zu der Theorie, dass die wiederholten Abverkäufe eher einer Akkumulationsstrategie dienen als einer Reaktion auf fundamentale Marktbedingungen.

Marktmechanik statt Makroschock – ist der Bärenmarkt Fake?

Andere Stimmen warnen davor, die Bewegungen ausschließlich als Manipulation zu deuten. US-Datenveröffentlichungen, ETF-Flows und Umschichtungen institutioneller Portfolios fallen regelmäßig in dieselben Zeitfenster und können ebenfalls zu abrupten Kursänderungen führen. Dennoch bleibt das Muster ungewöhnlich konstant und deutet auf automatisierte Handelsstrukturen hin, die unabhängig von Nachrichtenlage oder makroökonomischen Signalen agieren.

Mehrere Analysten argumentieren, dass die wiederkehrenden Rücksetzer weniger Ausdruck fundamental schwacher Nachfrage seien als Resultat technischer Marktmechanismen. Sie gehen dabei sogar so weit, den aktuellen Bärenmarkt infrage zu stellen.

Demnach würde ein Ende der beschriebenen Handelsaktivitäten zu einer sichtbaren Entspannung führen. Dies könnte eintreten, wenn die Crypto Market Structure Gesetze in den USA verabschiedet werden. Derzeit kann sich der Senat jedoch nicht einigen, sodass sie erst für nächstes Jahr erwartet werden. Sollten große Akteure ihre Positionen abgeschlossen haben, könnte Bitcoin nach Einschätzung verschiedener Marktbeobachter wieder in seinen übergeordneten Aufwärtstrend zurückfinden.

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Seit 7 Jahren berichtet er aus Barcelona über die Kryptowelt und bringt Erfahrung von Stationen wie BTC ECHO mit. Er spezialisiert sich auf Web3 sowie die EU MiCA Regulierung. Seine kritischen Analysen verbinden technisches Wissen mit Marktgeschehen und bieten Lesern klare Orientierung.