Bitcoin auf dem Vormarsch: Strategy nutzt die Schwäche für den nächsten Akkumulationsschub
Der jüngste Bitcoin-Kauf von Strategy fällt deutlich kleiner aus als in den Wochen zuvor – und genau das macht ihn so interessant. Während der Markt mit neuen makroökonomischen Unsicherheiten ringt und der Bitcoin-Kurs unter die Marke von 90.000 US-Dollar gerutscht ist, bleibt Michael Saylors Unternehmen seiner Linie treu: weiter akkumulieren, aber mit angepasstem Tempo. 267 Millionen US-Dollar für rund 2.900 BTC wirken im Vergleich zu den Milliardenbeträgen der Vorwochen fast zurückhaltend. Doch ist das bereits ein Strategiewechsel – oder nur eine taktische Pause in einer langfristig angelegten Akkumulationsstrategie?
Bitcoin-Käufe bei Strategy: Weiterhin aktiv, aber gebremst
Strategy hat in der vergangenen Woche rund 2.932 Bitcoin für insgesamt 264 Millionen US-Dollar erworben. Damit setzt das Unternehmen seine Serie kontinuierlicher Zukäufe fort, allerdings in einem deutlich geringeren Umfang als zuvor. In den beiden Wochen davor hatte die Firma noch etwa 1,2 Milliarden und sogar 2,1 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert. Der neue Kauf markiert somit eine klare Verlangsamung, ohne jedoch das grundsätzliche Ziel infrage zu stellen.
Strategy has acquired 2,932 BTC for ~$264.1 million at ~$90,061 per bitcoin. As of 1/25/2026, we hodl 712,647 $BTC acquired for ~$54.19 billion at ~$76,037 per bitcoin. $MSTR $STRC https://t.co/RooLfEvniX
— Michael Saylor (@saylor) January 26, 2026
Die zeitliche Einordnung ist dabei entscheidend. Bitcoin war zuletzt auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen gefallen, was Strategy erneut als Gelegenheit zum Nachkaufen nutzte. Das Muster bleibt also erkennbar: Rücksetzer werden als Einstiegschance gesehen. Der Unterschied liegt diesmal eher im Volumen als in der Richtung der Wette.
- Bitcoin
(BTC) - Preis
$63,923.00
- Marktkapitalisierung
$1.28 T
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Bitcoin unter Druck: Makro-Sorgen bestimmen das Marktumfeld
Der jüngste Kursrückgang von Bitcoin unter 90.000 US-Dollar kam nicht aus dem Nichts. Sorgen um die Stabilität des japanischen Finanzsystems sowie neue Unsicherheiten rund um einen möglichen Government Shutdown in den USA haben die Märkte in einen klaren Risk-off-Modus versetzt. In diesem Umfeld wurden Risiko-Assets breitflächig verkauft, und auch der Kryptomarkt blieb davon nicht verschont.
Für Strategy passt dieses Umfeld allerdings ins bekannte Muster. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit immer wieder Phasen erhöhter Unsicherheit genutzt, um Positionen aufzustocken. Dass der jüngste Kauf kleiner ausfiel, könnte daher weniger mit Zweifel an Bitcoin zu tun haben als vielmehr mit einer vorsichtigeren Kapitalallokation in einem nervösen Markt.
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712.600 BTC: Strategy baut das größte Bitcoin-Treasury weiter aus
Mit dem aktuellen Zukauf ist der Bestand von Strategy auf 712.600 Bitcoin angewachsen. Beim derzeitigen Kursniveau entspricht das einem Marktwert von rund 62,7 Milliarden US-Dollar. Damit bleibt das Unternehmen mit großem Abstand der größte börsennotierte Corporate Holder von Bitcoin und prägt das Narrativ rund um Bitcoin als strategische Treasury-Reserve wie kein anderes.
Diese schiere Größenordnung hat auch eine Signalwirkung für den Markt. Während andere Unternehmen eher zögerlich oder opportunistisch agieren, verfolgt Strategy eine klar langfristige Akkumulationsstrategie. Jeder weitere Kauf – selbst ein vergleichsweise kleiner – unterstreicht den Anspruch, Bitcoin als zentrales Wertaufbewahrungsmittel der eigenen Bilanz zu etablieren.
So finanziert Strategy die Bitcoin-Käufe: Aktien und STRC
Die Finanzierung des jüngsten Kaufs erfolgte überwiegend über die Ausgabe neuer Aktien. Rund 97 Prozent der benötigten Mittel stammen aus diesem Kanal. Ergänzend setzte Strategy erneut auf seine variable verzinsten Vorzugsaktien, die unter dem Kürzel STRC gehandelt werden und monatliche Dividenden ausschütten. Allein in diesem Monat wurden darüber bereits 421 Millionen US-Dollar eingesammelt.
Unstoppable Orange. pic.twitter.com/RUyVxhn38b
— Michael Saylor (@saylor) January 25, 2026
STRC spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle in der Gesamtstrategie. Wenn die Aktie über 100 US-Dollar notiert, signalisiert das Unternehmen, mehr davon auszugeben, um den Kurs in diesem Bereich zu stabilisieren und die Erlöse in weitere Bitcoin-Käufe zu lenken. Zuletzt lag der Preis wieder knapp unter dieser Schwelle.
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STRC als Sparprodukt? Chancen und wachsende Risiken
Michael Saylor bewirbt STRC offen als eine Art Alternative zum klassischen Sparkonto. Mit einer annualisierten Rendite von rund 11 Prozent wirkt das Angebot auf den ersten Blick attraktiv, vor allem in einem Umfeld, in dem viele Anleger nach planbaren Erträgen suchen. Für Strategy eröffnet sich dadurch ein zusätzlicher Finanzierungskanal, der weniger direkt vom Aktienkurs abhängt.
Gleichzeitig mehren sich jedoch die kritischen Stimmen. Investoren fragen sich, ob das Unternehmen langfristig gezwungen sein könnte, Bitcoin-Bestände zu verkaufen, um die Dividendenverpflichtungen zu bedienen. Laut eigenen Angaben reichen die aktuellen Cash-Reserven für rund 30 Monate an Ausschüttungen – doch das Thema bleibt ein strukturelles Risiko.
mNAV und BTC Yield: Der innere Maschinenraum der Bitcoin-Strategie
Ein zentrales Steuerungsinstrument ist für Strategy der sogenannte mNAV, also das Verhältnis von Börsenbewertung zum Nettovermögenswert der gehaltenen Bitcoin. Aktuell liegt dieser Wert bei etwa 1,08 und damit nur knapp über dem reinen Bitcoin-Wert der Bilanz. In solchen Phasen ist die Verwässerung durch neue Aktienausgaben deutlich weniger effizient als in Zeiten höherer Prämien.
Entscheidend ist für das Management jedoch der sogenannte BTC Yield, also wie stark die Menge an Bitcoin pro Aktie wächst. Solange dieser Wert steigt, gilt die Strategie intern als erfolgreich. Analysten argumentieren, dass selbst bei einem mNAV nahe eins noch relevante Zuwächse möglich sind – insbesondere, wenn der Bitcoin-Kurs weiter unter Druck bleibt.
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Was der kleinere Kauf über die nächsten Wochen verrät
Der gedrosselte Umfang des jüngsten Kaufs lässt sich auf zwei Arten lesen. Einerseits könnte Strategy vorsichtiger werden und die Marktentwicklung abwarten. Andererseits spricht vieles dafür, dass es sich um eine taktische Anpassung handelt, bei der das Unternehmen flexibel auf Kursbewegungen reagiert und sein Feuer nicht zu früh verschießt.
Prognosemärkte deuten derzeit darauf hin, dass viele Marktteilnehmer zunächst mit einem weiteren Rückgang des mNAV rechnen, bevor sich die Bewertung wieder deutlich erholt. Für Strategy würde genau dieses Szenario zusätzlichen Spielraum für aggressivere Käufe eröffnen. Der Bitcoin-Preis bleibt damit der entscheidende Taktgeber für das weitere Vorgehen.