Ark Invest Analyse: Neue Chancen für Bitcoin?
- Marktverhalten: Laut einer Analyse von Ark Invest durchlief Bitcoin zunächst einen bedeutenden Rückgang von 25%, erholte sich jedoch beeindruckend, nachdem es kurzzeitig unter den 200-Tage-Durchschnitt gefallen war, was typischerweise eine bärische Entwicklung anzeigt.
- Einfluss externer Faktoren: Die Veräußerung von 50.000 Bitcoins durch die deutsche Regierung, beschlagnahmt von der Plattform Movie2K, erhöhte die Preisschwankungen und den Verkaufsdruck, aber dieser Faktor hat mittlerweile an Einfluss verloren.
- Wirtschaftliche und Miner-bezogene Faktoren: Trotz schwacher US-Wirtschaftsdaten und dem Druck auf Unternehmensgewinne deuten die Aktivitäten der Bitcoin-Miner im historischen Kontext darauf hin, dass eine Preissteigerung durch Angebotsverknappung möglich ist.
Experten von Ark Invest haben eine neue Analyse zum Bitcoin-Marktverhalten und dessen Aussichten vorgestellt. Julian Falcioni, David Puell und Dan White beleuchten darin das Zusammenspiel verschiedener ökonomischer, technischer und politischer Faktoren, die die Zukunft dieser wegweisenden Kryptowährung prägen könnten.
Bedingungen für ein bullisches Szenario
Seit Anfang Juni hat Bitcoin einen erheblichen Rückgang von mehr als -25% verzeichnet. Besonders kritisch war der 7. Juli, als BTC unter seinen 200-Tage-Durchschnitt fiel – eine wichtige technische Schwelle. Nach Angaben von Ark war das Unterschreiten des 200-Tage-Durchschnitts "ein entscheidendes bärisches Signal, das oft weitere Rückgänge einleitet, es sei denn, es folgt eine starke Erholung." Letztendlich zeigte Bitcoin in den letzten Tagen erhebliche Stärke und Ark behielt recht, dass BTC sich schnell über den 200-Tage-EMA erholte und die bärischen Aussichten entkräftete.
Einfluss externer Schocks
Ein überraschendes Element bei der Volatilität von Bitcoin im Juni war der aggressive Verkauf von etwa 50.000 Bitcoins durch die deutsche Regierung. Diese Vermögenswerte wurden von der illegalen Streaming-Seite Movie2K beschlagnahmt und ab dem 19. Juni schrittweise an verschiedene Börsen zum Verkauf übertragen.
"Der Zustrom einer großen Menge Bitcoins während eines traditionell liquiditätsarmen Zeitraums, um den 4. Juli herum, übte erheblichen Druck auf den Preis nach unten aus", heißt es in dem Bericht.
Erholung und Marktindikatoren
Trotz dieser Herausforderungen gelang Bitcoin in den letzten Tagen eine beeindruckende Rally von mehr als 17%. Mehrere Indikatoren stützten diese Umkehrung laut Ark. Die Diskrepanz zwischen dem Preisrückgang bei Bitcoin und dem geringeren Rückgang bei US-ETF-Salden – 17,3% – legte nahe, dass Bitcoin überverkauft war. "Diese Überverkauf ist wahrscheinlich durch externe Schocks angetrieben und nicht durch intrinsische Marktbewegungen, was auf eine Fehlbewertung hindeutet, die mittelfristig korrigiert werden könnte", erklärten die Experten.
Miner-Aktivitäten und makroökonomische Faktoren
Im Juni gab es auch bedeutende Aktivitäten von Bitcoin-Minern. "Miner-Abflüsse, die oft Marktjustierungen vorwegnehmen, spiegelten Muster wider, die um frühere Bitcoin-Halving-Ereignisse beobachtet wurden, wenn die Belohnung für das Mining eines Blocks halbiert wird", sagt Ark. Solche Ereignisse führen historisch zu einer verringerten Versorgung und potenziellen Preissteigerungen, da sich die Marktdynamik an das neue Angebot anpasst.
Auf der makroökonomischen Front weist der Bericht darauf hin, dass US-Wirtschaftsdaten durchgehend schlechter als erwartet ausfielen, wobei der Bloomberg US Economic Surprise Index die signifikantesten negativen Abweichungen in einem Jahrzehnt verzeichnete.
Dennoch hat die Federal Reserve einen überraschend hawkishen Ton beibehalten, was die Anlegerstimmung und die Stabilität der Finanzmärkte beeinflussen könnte. In der amerikanischen Unternehmenswelt, die von diesen Herausforderungen nicht isoliert ist, fallen die Gewinnmargen, die 2021 ihren Höhepunkt erreichten, weiter ab, da Unternehmen an Preismacht verlieren, was Ark feststellt. Dieser Druck auf die Gewinne führt zu Preissenkungen in verschiedenen Sektoren und trübt weitere wirtschaftliche Aussichten.
Unter Bezug auf die Märkte fällt auf, dass die Marktkonzentration auf Kapitalisierung zugenommen hat und Niveaus erreicht hat, die seit der Großen Depression nicht mehr gesehen wurden.
"Diese Konzentration bei größeren Unternehmen mit erheblichen Barreserven könnte ein früher Indikator für eine sich verändernde Wirtschaftslandschaft sein, die historisch zu einem Ausbruch zugunsten kleinerer Aktien führt", erklärt der Bericht.