Mt. Gox: Weniger Bitcoin-Verkaufsdruck als erwartet?
- Erholung von Verlusten bei Mt. Gox: Nach dem Diebstahl von ca. 940.000 BTC im Jahr 2014 und der darauffolgenden Insolvenz konnten 141.868 BTC zurückgewonnen werden, deren Wert heute etwa 9 Milliarden US-Dollar beträgt. Die geplante Auszahlung an Gläubiger in Bitcoin und Bitcoin Cash im Juli wird eine zehnjährige rechtliche Auseinandersetzung abschließen.
- Verkaufsdruck weniger als erwartet: Analyse von Alex Thorn zeigt, dass trotz der kommenden Auszahlungen der Großteil der Gläubiger (etwa 65.000 BTC verbleibend) ihre Anteile voraussichtlich nicht verkaufen wird, was geringere Auswirkungen auf den Markt hat als ursprünglich befürchtet.
- Rollout und Marktreaktion auf BCH: Während die Market Response für Bitcoin stabil erwartet wird, könnte Bitcoin Cash, mit geringerer Liquidität und Markttiefe, stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt sein, wenn Gläubiger beginnen, ihre Bestände zu verkaufen.
Die Entwicklungen in der langjährigen Abwicklung des Bankrotts von Mt. Gox, einst eine der größten Kryptowährungsbörsen der Welt, könnten wohl weniger Verkaufsdruck auf den Bitcoin-Markt ausüben als angenommen. Das geht aus einer Analyse von Alex Thorn, dem Leiter der Forschungsabteilung bei Galaxy Digital, hervor, die kürzlich auf der Plattform X veröffentlicht wurde.
Überblick über den Mt. Gox-Fall
Im Jahr 2014 erschütterte der Skandal um Mt. Gox, bei dem etwa 940.000 BTC (damals im Wert von rund 424 Millionen US-Dollar) aus den Wallets der Börse verschwanden, die Kryptowelt. Die darauffolgende Insolvenz führte zu einem der längsten und kostspieligsten rechtlichen Nachspiele in der Geschichte der Kryptowährungen.
Mittlerweile konnten 141.868 BTC geborgen werden, die nun aufgrund des gestiegenen Bitcoin-Preises einen Wert von etwa 9 Milliarden US-Dollar darstellen. Die Auszahlungen an die Gläubiger in Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH) sind für Juli geplant und beenden eine ein Jahrzehnt dauernde rechtliche Auseinandersetzung.
Die Unterschätzung des Verkaufsdrucks
Thorn analysierte die Gerichtsdokumente und verzeichnete Gespräche mit beteiligten Gläubigern, wodurch er zu dem Schluss kam, dass die ursprünglichen Verluste durch erhebliche Dollar-Rückzahlungen an die Gläubiger kompensiert wurden, ein 140-facher Anstieg des Wertes.
Mit der Option einer "frühzeitigen Auszahlung", bei der die Gläubiger eine Reduktion von 10% akzeptieren müssen, haben sich etwa 75% der Gläubiger für diese entschieden. Somit bleiben etwa 65.000 BTC für die einzelnen Gläubiger übrig.
Thorn geht davon aus, dass die Mehrheit der Einzelgläubiger, darunter viele langjährige Bitcoin-Enthusiasten und Early Adopters, ihre Anteile wahrscheinlich behalten, anstatt sie zu verkaufen, insbesondere in Anbetracht der bedeutenden Kapitalgewinnsteuern, die durch einen Verkauf entstehen würden.
Marktaufnahmefähigkeit und Bitcoin Cash-Besonderheiten
Selbst wenn ein kleiner Prozentsatz (10%) der verbleibenden 65.000 BTC verkauft würde, handelt es sich um etwa 6.500 BTC, die auf den Markt kommen könnten. Diese Zahl ist jedoch erheblich geringer als von einigen Marktakteuren befürchtet. Thorn erwartet, dass diese Transaktionen von der Marktliquidität, über prominente Börsen wie Kraken und Bitstamp, aufgefangen werden, ohne nennenswerte Störungen zu verursachen.
Zusätzlich hob Thorn die Herausforderungen hervor, denen sich Bitcoin Cash gegenübersieht. BCH, das 2017 durch einen Fork von BTC entstand und nicht ursprünglich im Besitz der Gläubiger war, zeigt deutlich geringere Liquidität und Markttiefe im Vergleich zu Bitcoin. Thorn wies darauf hin, dass BCH nur über eine Liquidität von 400.000 USD in den Orderbüchern innerhalb von 1% des aktuellen Marktpreises verfügt, was die Preisschwankungen verstärken könnte, sobald die Gläubiger beginnen, ihre Bestände zu verkaufen.
Thorn empfiehlt allen Beteiligten, die Transaktionsbewegungen genau zu überwachen, insbesondere durch Plattformen wie Arkham Intelligence, um die realen Auswirkungen der bevorstehenden Verteilungen zu verfolgen.