Grayscales Bitcoin-ETF-Umwandlung könnte zu einem Milliarden-Exodus führen
In einer neuen Analyse hat JPMorgan Bedenken über den möglichen Abfluss von Geldern nach der Umwandlung von Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) in einen ETF geäußert. Der Bankenriese schätzt, dass die Umwandlung Investoren dazu veranlassen könnte, mindestens 2,7 Milliarden Dollar abzuziehen.
Der Grayscale Bitcoin Trust, der in der letzten Hausse eine zentrale Rolle gespielt hat, hat seinen Abschlag zum aktuellen Bitcoin-Marktpreis von -46 % zu Beginn des Jahres auf -9,77 % am 22. November verringert, den niedrigsten Stand seit Mitte August 2021.
Diese Verringerung des Abschlags ist besonders wichtig, da sie darauf hindeutet, dass die Anleger erwarten, dass die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) die Umwandlung von Grayscale in einen Bitcoin-Spot-ETF genehmigt. JP Morgan hat jedoch davor gewarnt, dass diese Umwandlung zu einer gewissen Instabilität auf dem Markt führen könnte. Einen ausführlichen Thread dazu hat Kian Hoss auf seinem X-Profil veröffentlicht.
2,7-Milliarden-Dollar-Exodus nach Genehmigung des Bitcoin-ETF?
Die Analysten von JPMorgan, darunter Nikolaos Panigirtzoglou, haben die Zuflüsse in GBTC seit Anfang 2023 unter die Lupe genommen und dabei eine kalkulierte Strategie von Tradern aufgedeckt, um den Abschlag bei der ETF-Umwandlung für Gewinne auszunutzen.
Die Analysten gehen davon aus, dass sich dieser Zustrom, der in erster Linie auf Spekulationen über die Umwandlung von GBTC in einen börsengehandelten Fonds zurückzuführen ist, wahrscheinlich umkehren wird, da die Anleger versuchen werden, die Arbitragemöglichkeiten zu nutzen, die sich durch die Verringerung des Abschlags zum Nettoinventarwert ergeben. Bei der Umwandlung in einen börsengehandelten Fonds wird mit einem Mindestabfluss von 2,7 Mrd. USD gerechnet.
Dieser Betrag könnte sich jedoch noch erhöhen, wenn die derzeitige Gebührenstruktur von GBTC, die bei 200 Basispunkten liegt, nach der Umwandlung nicht deutlich reduziert wird. Wie die 80 Basispunkte des ARK 21Shares Bitcoin ETF zeigen, ist eine solche Senkung notwendig, damit GBTC seine Marktdominanz behalten kann.
Die Auswirkungen auf den Markt könnten tiefgreifend sein. Ein vollständiger Abzug der 2,7 Milliarden Dollar könnte einen erheblichen Abwärtsdruck auf den Bitcoin Kurs ausüben. Die Analysten von JPMorgan sind jedoch der Meinung, dass ein Großteil dieses Kapitals wahrscheinlich in andere Bitcoin-bezogene Instrumente umgeschichtet werden wird, wodurch drastische Marktstörungen gemildert werden könnten.
Sie prognostizieren eine Umstrukturierung der Vermögenswerte von 23 Milliarden Dollar in GBTC und 5 Milliarden Dollar in anderen Fonds auf 20 Milliarden Dollar im Trust und 8 Milliarden Dollar in anderen Vehikeln. Dennoch warnen sie davor, dass sich ein Teil der Fonds ganz aus dem Bitcoin-Bereich zurückziehen könnte, was das Risiko eines Abschwungs mit sich bringen würde.
Das ist meiner Meinung nach jedoch eher unwahrscheinlich, denn das Halving zeichnet sich im April 2024 ab und wenn es einen guten Zeitpunkt gibt um Bitcoin zu kaufen beziehungsweise zu halten, dann in den folgenden 12 Monaten.
Interessanterweise haben die Analysten von JP Morgan unter der Leitung von Panigirtzoglou Anfang September vorausgesagt, dass die SEC gezwungen sein wird, Bitcoin-Spot-ETFs zu genehmigen, nachdem sie den Fall gegen Grayscale verloren hat.
Darüber hinaus beruht die Prognose von JP Morgan auf der Annahme, dass die Zulassung einer Reihe von ETFs einen intensiveren Wettbewerb unter den Bitcoin-Investmentprodukten auslösen wird, was wahrscheinlich zu einer Gebührenstruktur führen wird, die sich stärker an die von Gold-ETFs anlehnt, in der Regel um die 50 Basispunkte.