Fühlen sich Kryptowährungen wie echtes Geld an?

Andre
Geschrieben von Von
Andre
Krypto-Analyst und Redakteur

Andre Eberle analysiert seit 2018 Krypto-Märkte für Coin-Update. Sein Fokus liegt auf On-Chain-Daten und dem Vergleich mit Gold oder USD. Mit nüchternem Realismus hilft er Anlegern dabei, Trends frühzeitig zu erkennen und rationale Entscheidungen auf Basis harter Fakten zu treffen.

Mehr Lesen
Risikohinweis:
Alle Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen... Mehr lesen
Fühlen sich Kryptowährungen wie echtes Geld an?

Der User meinte, dass er, sobald er Kryptowährungen von einer Börse auf sein Wallet überweist, er sie ab dann wie Spielgeld betrachtet und behandelt.

Es fühlt sich nicht real an und ich bin nicht wirklich besorgt, dass ich deswegen Verluste mache. Ich hatte sogar 20.000 US Dollar in Luna verloren und es hat mich nicht wirklich gestört. In einen Hund mit einem Hut investieren? Auf jeden Fall!

one_out_of_two

Am Schluss kommt die Frage auf, ob die Nutzer ihre Kryptowährungen wie Spielgeld behandeln würden und das sind einige Antworten:

Vor diesem Bullrun hatte ich 40.000 Dollar verloren, hauptsächlich Bestände aus den Jahren 2020 und 2021. Aber ich hatte Glück und kaufte eine Menge SOL bei $19 und $20. Jetzt sind es nur noch 10.000 US Dollar, aber um deine Frage zu beantworten, es fühlt sich wie Spielgeld, weil ich Geld investiere, was ich verlieren kann. Einige Leute, die nahmen Kredite auf oder eine zweite Hypothek, um Krypto zu kaufen - ich glaube nicht, dass es sich wie Spielgeld für sie anfühlt.

El_Demetrio

Einen philosophischen Ansatz hatte Paxrr: "Mit Online-Banking und Debitkarten fühlt sich echtes Geld nicht mehr wie echtes Geld an."

Der User xNextu2137 meinte:

Nicht wirklich, ich ertappe mich dabei, wie ich Geld in Kryptowährungen verprasse, das ich normalerweise nicht ausgeben würde, wenn es Fiat wäre. Manchmal schaue ich mir die auffallend hohen Gebühren bei einigen Währungen gar nicht mehr an.

Warum fühlen sich Kryptowährungen nicht wie echtes Geld an?

Das hängt mit der Digitalität der Kryptowährungen zusammen. Digitales Geld lässt uns mehr Geld ausgeben als Bargeld. Es ist nicht greifbar, man kann es nicht (an) fassen. Dieses Phänomen ist nicht nur bei Kryptowährungen bekannt. Auch bei Kreditkarten und EC-Karten ist das der Fall.

Durch das Online-Geld verliert man schnell den Bezug zum Echtgeld. Das zeigte unter anderem ein Experiment aus dem Jahr 2008. Sobald die Tester Bargeld oder selbst nur einen Gutschein über eine Stunde im Geldbeutel hielten, gaben sie nicht mehr so viel Geld aus. Der Schein, das Geld, wurde wertvoller für die Teilnehmer.

Wie kann man sich vor diesem Phänomen schützen?

Die Lösung dafür ist wahrscheinlich relativ einfach. Für jedes Investment, das man tätigen möchte, nimmt man dieselbe Summe Bargeld in die Hand und hält sie einige Zeit in der Hand. Alternativ erstellt man eigene Geldscheine für jedes Investment, das man gleich tätigen möchte und hält diesen Schein für zehn Minuten in der Hand.

Dieser Ansatz ergibt sich aus dem Experiment. Dadurch wird das Geld real, auch wenn es ziemlich sinnlos klingt. Und natürlich haben wir solche „Scheine“ einmal vorbereitet. Oben rechts im Schein kann man einen eigenen Gegenwert festlegen.

Geldscheine
Eigene "Geldscheine" zum Ausdrucken. Einfach herunterladen, drucken, Betrag oben rechts eintragen und in die Hand nehmen.

Zudem sollte man sich klar werden, in was man investiert und welche Folgen (z.B. Totalverlust des Geldes) eintreten könnten. Auf diese Weise rationalisiert man seine Gedankengänge.

Fühlen sich Kryptowährungen für Sie wie Spielgeld an oder wie reales Geld? Und wie ist es beim Online-Banking?

Themen im Beitrag:

Reaktion hinzufügen
Andre
Krypto-Analyst und Redakteur

Andre Eberle analysiert seit 2018 Krypto-Märkte für Coin-Update. Sein Fokus liegt auf On-Chain-Daten und dem Vergleich mit Gold oder USD. Mit nüchternem Realismus hilft er Anlegern dabei, Trends frühzeitig zu erkennen und rationale Entscheidungen auf Basis harter Fakten zu treffen.