Droht Binance-CEO eine dreijährige Haftstrafe wegen Geldwäsche-Vergehen?
Changpeng Zhao, Gründer und CEO von Binance, der weltweit größten Kryptowährungsbörse, sieht sich einer Strafempfehlung des US-Justizministeriums (DOJ) von drei Jahren Gefängnis gegenüber. Dies folgt auf sein Schuldeingeständnis im letzten Jahr wegen schwerwiegender Mängel in den Anti-Geldwäsche-Kontrollen des Unternehmens, wie vom US Bank Secrecy Act vorgeschrieben.
Eine "Botschaft" an den Binance-Gründer und die Welt
Zhao's explizite Missachtung der US-Regulierungen wurde vom DOJ in einem vernichtenden Strafempfehlungsschreiben hervorgehoben. Sie zitierten Zhao's eigene Worte, die seine Haltung zur rechtlichen Compliance verdeutlichen: "Besser um Vergebung bitten als um Erlaubnis", was auf eine strategische Umgehung regulatorischer Anforderungen hindeutet, um die Markterweiterung und Rentabilität von Binance zu beschleunigen.
Das DOJ legte den Fall gegen Zhao dar und beschrieb, wie seine Entscheidungen, US-Gesetze zu missachten, integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie von Binance waren, die aggressiv US-Kunden anvisierte, ohne sich an die erforderlichen rechtlichen Standards zu halten. "Zhao's vorsätzliche Verletzung des US-Rechts war kein Unfall oder Versehen. Er traf die Geschäftsentscheidung, dass die Verletzung des US-Rechts der beste Weg sei, Nutzer anzuziehen, sein Unternehmen aufzubauen und seine Taschen zu füllen", erklärte die US-Staatsanwaltschaft.
Laut DOJ ermöglichten Zhao's Handlungen Binance, ein 'Wild West'-Modell der Kryptowährungsbörse zu betreiben, das illegale Finanzströme einlud. Das Memorandum stellt fest:
"Als Ergebnis ist Zhao einer der reichsten Menschen der Welt und eine Berühmtheit in der Krypto-Industrie. Zhao setzte darauf, dass er nicht erwischt wird, und dass, wenn er es doch wird, die Konsequenzen nicht so schwerwiegend sein würden wie das Verbrechen."
Zhao’s Versäumnis, ein effektives AML-Programm zu implementieren
Die Anklage erläuterte, wie Zhao's Versäumnis, ein effektives AML-Programm zu implementieren, dazu führte, dass Binance Hunderte von Millionen Dollar an Transaktionen verarbeitete, die gegen US-Sanktionen gegen den Iran und andere Länder verstießen, und bezifferte die Gesamtsumme auf etwa 898 Millionen Dollar.
Das Strafempfehlungsschreiben betont die Schwere und den Umfang dieser Verstöße und stellt fest:
"Zhao wusste, dass seine Entscheidung, kein effektives AML-Programm zu implementieren, dazu führen würde, dass Binance Transaktionen zwischen US-Nutzern und Nutzern im Iran und anderen sanktionierten Ländern und Regionen in Verletzung des US-Rechts erleichtern würde."
Angesichts dieser Erkenntnisse empfiehlt das DOJ eine Strafe, die über die Bundesrichtlinien hinausgeht und schlägt eine 36-monatige Haftstrafe vor, um "die Schwere des Vergehens zu reflektieren, Respekt vor dem Gesetz zu fördern, eine angemessene Abschreckung zu gewährleisten und als gerechte Strafe für Zhao's kriminelle Handlungen zu dienen."
Zhao’s Verurteilung dürfte einen Präzedenzfall in der regulatorischen Aufsicht über die Krypto-Industrie setzen
Zhao's Verurteilung dürfte einen Präzedenzfall in der regulatorischen Aufsicht über die Krypto-Industrie setzen, insbesondere in Bezug auf die Einhaltung der US-Finanzgesetze. Das Ergebnis wird wahrscheinlich in der gesamten Krypto-Landschaft nachhallen und könnte die Art und Weise, wie Börsen in Übereinstimmung mit den US-Regulierungen arbeiten, möglicherweise neu gestalten. Die abschließenden Bemerkungen des DOJ im Memorandum unterstreichen die breiteren Implikationen von Zhao's Verurteilung:
"Das Urteil in diesem Fall wird nicht nur eine Botschaft an Zhao senden, sondern auch an die Welt."
Die endgültige Urteilsentscheidung, die für den 30. April erwartet wird, markiert einen entscheidenden Wendepunkt für die rechtliche Überprüfung von Krypto-Operationen innerhalb der Vereinigten Staaten.
Textnachweis: bitcoinist