Erster Bitcoin-ETF von chinesischem Fondsgiganten in Hongkong aufgelegt
In einer bahnbrechenden Entwicklung für den Krypto-Sektor in Hongkong hat Harvest Fund Hong Kong, ein prominenter Akteur unter Chinas Fondsgesellschaften, einen großen Schritt getan, indem er einen Antrag für einen Bitcoin Spot Exchange Traded Fund (ETF) bei der Hongkonger Wertpapier- und Futures-Kommission (SFC) eingereicht hat.
Dieser Schritt, über den die chinesischen Medien Tencent News exklusiv berichteten, ist der erste seiner Art in Hongkong und signalisiert einen bedeutenden Wandel in der Herangehensweise der Region an den Handel mit digitalen Vermögenswerten und Investitionen.
Chinesischer Bitcoin-Spot-ETF bis zum 10. Februar?
Der Antrag von Harvest Fund markiert einen entscheidenden Moment in der Finanzlandschaft Hongkongs und folgt dicht auf die bahnbrechende Genehmigung der US Securities and Exchange Commission (SEC) für die erste Serie von US-Bitcoin-Spot-ETFs am 11. Januar 2024.
Diese US-Entscheidung umfasste die Umwandlung des GBTC des Grayscale Bitcoin Trust von einem geschlossenen Fonds in einen Bitcoin-Spot-ETF sowie die Genehmigung von Anträgen westlicher Finanzriesen wie BlackRock und Fidelity.
Im Zuge dieser Entwicklungen erwägt die SFC in Hongkong Berichten zufolge, den Genehmigungsprozess für den ersten Bitcoin-Spot-ETF in der Region zu beschleunigen und plant, ihn kurz nach dem chinesischen Neujahrsfest, also bereits am 10. Februar, an der Hongkonger Börse zu notieren. Der Bericht von Tencent News deutet darauf hin, dass die SFC eine ähnliche Strategie wie die US-Börsenaufsicht SEC verfolgen könnte, indem sie mehrere Anträge für Spot-ETFs gleichzeitig genehmigt, obwohl der Harvest Fund bisher der einzige Antragsteller ist.
Brancheninsider spekulieren, dass die Dominanz großer Institutionen auf dem US-Markt, wie BlackRock und Fidelity Funds, auch bei der Zulassung mehrerer Spot-ETFs in Hongkong zum Tragen kommen könnte. Diese Erwartung ergibt sich aus dem bedeutenden Anlegerstamm und den ausgedehnten Kundenakquisitionsnetzen, über die diese Institutionen verfügen.
So steht der IBIT von BlackRock derzeit an dritter Stelle unter den über 600 ETFs, die im vergangenen Jahr in den USA aufgelegt wurden, was das wachsende Interesse der Anleger an Spot-ETFs gegenüber anderen ETF-Typen verdeutlicht.
Es gibt auch Gerüchte über eine mögliche operative Divergenz zwischen den Spot-ETFs in den USA und Hongkong. Laut Quellen von Tencent News könnten die Spot-ETFs in Hongkong neben der Bargeldschöpfung auch die Möglichkeit von Bitcoin-Rücknahmen in Form von Sachleistungen bieten, eine Funktion, die derzeit bei den US-Spot-ETFs nicht verfügbar ist. Die SFC hat sich jedoch nicht offiziell zu diesem Aspekt geäußert.
Weitere Fondsgesellschaften bereit zum Start?
Es ist bekannt, dass sich etwa zehn chinesische Vermögensverwaltungsgesellschaften darauf vorbereiten, Bitcoin- und Krypto-ETFs in Hongkong zu lancieren, ein Schritt, der auf die wachsende Akzeptanz und Integration digitaler Vermögenswerte in das finanzielle Ökosystem der Region hinweist. Livio Weng, COO der HashKey Group, gab bekannt, dass sich sieben bis acht dieser Unternehmen in einem "fortgeschrittenen Stadium" befinden, um diese Produkte auf den Markt zu bringen.
Diese Initiative steht im Einklang mit der sich entwickelnden regulatorischen Haltung der SFC und der Hong Kong Monetary Authority (HKMA). Im Dezember 2023 gaben sie ein Rundschreiben heraus, in dem sie ihre Offenheit für Anträge für Spot-ETFs auf virtuelle Vermögenswerte zum Ausdruck brachten, was eine Abkehr von ihrer früheren, im Jahr 2018 eingeführten Politik "nur für professionelle Anleger" darstellt.
Dieser Wandel spiegelt einen breiteren Trend zur Einbeziehung und Regulierung digitaler Vermögenswerte wider und positioniert Hongkong als potenzielles Zentrum für Bitcoin- und Krypto-Investitionen und Innovationen.