Bitcoin vor der nächsten Rallye? Experte warnt vor Fed-Entscheidung und steigenden Renditen
In seinem aktuellen Essay „Boom Times … Delayed“ reflektiert Arthur Hayes die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen und insbesondere die Rolle der US-Notenbank (Fed) in einem sich verändernden Inflationsumfeld. Seine Analyse der wirtschaftlichen Situation ist kritisch, scharf formuliert und stellt die Entscheidungen der politischen und wirtschaftlichen Führung in den Mittelpunkt. Der Essay wirft Licht auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen Inflation, Regierungsausgaben und Zinspolitik.
Zentrale Aussagen zur Inflation und den Folgen
Eine der Kernaussagen von Hayes betrifft die Auswirkungen der globalen fiskalischen Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Seiner Meinung nach haben diese Maßnahmen die Ära der Deflation beendet und eine Phase der Inflation eingeläutet. Dies sei auf die umfangreiche Geldschöpfung durch die Zentralbanken zurückzuführen, die die finanziellen Bedingungen weltweit gelockert habe.
Die Auswirkungen der globalen fiskalischen Maßnahmen zur Bekämpfung des "COVID-Schwindels oder der Pandemie, je nach Ansicht", beendeten eine Ära der Deflation und läuteten eine Ära der Inflation ein.
Er sieht die Zentralbanken, insbesondere die Fed, in der Verantwortung, diese Inflation zu bekämpfen. Er kritisiert jedoch, dass die Politik nicht den Willen habe, effektiv gegen die Inflation vorzugehen, da staatliche Ausgaben weiter in die Höhe schnellen. Er verweist auf eine MIT-Studie, die zeigt, dass gerade diese Ausgaben der Hauptgrund für die anhaltend hohe Inflation seien.
MIT-Ökonomen entdeckten, dass die Staatsausgaben der bedeutendste Verursacher für die Anheizung der Inflation waren.
Fed und das Anziehen der Zinsen
Hayes analysiert, dass die Fed durch ihre Zinserhöhungen, die sie seit März 2022 durchgeführt hat, zwar die Inflation bekämpfen wollte, diese Maßnahmen aber nicht ausreichten. Besonders das Treffen in Jackson Hole im August 2023 habe verdeutlicht, dass die Fed aufgrund politischer Zwänge gezwungen sei, die Zinserhöhungen zu pausieren.
Am 23. August 2023 auf der Jackson Hole Konferenz signalisierte der Fed-Vorsitzende Powell, dass sie bei ihrem kommenden Septembertreffen die Zinserhöhungen pausieren würden.
Diese Entscheidung sei jedoch riskant, da die Inflation durch die hohen Staatsausgaben weiterhin angetrieben werde und die Märkte zunehmend nervös reagierten. Hayes warnt vor einem Anstieg der langfristigen Renditen auf US-Staatsanleihen, was zu einer Korrektur am Aktienmarkt und möglichen Bankenzusammenbrüchen führen könnte.
US-Schuldenkrise und ihre Konsequenzen
Besonders kritisch sieht Hayes die stetig wachsenden Staatsdefizite der USA. Seiner Meinung nach wird es immer teurer, diese zu finanzieren, und die Regierung habe keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, um die Ausgaben zu senken oder die Einnahmen durch Steuererhöhungen zu steigern. Hayes beschreibt, dass die US-Finanzministerin Janet Yellen eine Schlüsselrolle in der Stabilisierung der Finanzmärkte gespielt habe, indem sie die Ausgabe von Schatzwechseln (T-Bills / Kurzfristige Staatsanleihe) forciert habe.
Kritik an der politischen Führung
Im gesamten Essay zieht Hayes ein kritisches Fazit zur politischen Führung der USA. Er beschreibt, wie politische Entscheidungen oft von kurzfristigen Wahlerfolgen getrieben seien, anstatt langfristig sinnvolle wirtschaftspolitische Maßnahmen zu ergreifen. Besonders hart geht er mit der aktuellen US-Regierung ins Gericht, die durch expansive Fiskalpolitik die Inflation weiter anheize.
Die Regierung wird nur dann weniger ausgeben oder mehr Steuern einnehmen, wenn es zu teuer wird, das Defizit zu finanzieren.
Schlussfolgerung: Hoffnung auf Bitcoin und Kryptowährungen
Trotz der pessimistischen Analyse der globalen Wirtschaftslage bleibt Hayes optimistisch, was die Zukunft von Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, betrifft. Er beschreibt, dass die expansive Geldpolitik und die mangelnde Fähigkeit der Regierung, die Inflation zu kontrollieren, letztlich zu einem Boom auf den Kryptomärkten führen werde. Diese Einschätzung basiere auf der Annahme, dass die Zentralbanken irgendwann wieder Geld drucken werden, um die Probleme zu lösen.
Kryptowährungen als Fluchtweg
Arthur Hayes hebt in seinem Essay hervor, dass Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, eine entscheidende Rolle in der aktuellen und zukünftigen Finanzwelt spielen könnten. Er betrachtet Bitcoin als besonders sensibel gegenüber den Liquiditätsbedingungen des US-Dollars und sieht es als eine Art Frühindikator für Veränderungen auf den Finanzmärkten. Während traditionelle Finanzmärkte mit steigenden Zinsen und steigenden Anleiherenditen kämpfen, könnten Kryptowährungen von expansiven Geldpolitiken und Liquiditätsspritzen profitieren.
Bitcoin ist das sensibelste Instrument, das die Bedingungen der Fiat-Dollar-Liquidität nachverfolgt.
Trotz seines langfristigen Optimismus für Bitcoin sieht Hayes kurzfristig Risiken. Er warnt, dass das wachsende Volumen im Reverse-Repo-Programm (RRP) der Fed dazu führen könnte, dass Bitcoin vorerst seitwärts läuft oder sogar auf bis zu 50.000 USD fallen könnte. Seiner Einschätzung nach wird der steigende RRP-Saldo die Liquidität im Markt reduzieren und den Kryptomarkt kurzfristig belasten.
RRP-Salden sollten weiter steigen, und Bitcoin wird bestenfalls auf diesem Niveau stagnieren und schlimmstenfalls langsam auf 50.000 USD sinken. Mal sehen...
Langfristig bleibt Hayes jedoch optimistisch. Seiner Ansicht nach werden Regierungen und Zentralbanken, insbesondere die US-Notenbank, erneut auf expansive Geldpolitik und Gelddrucken zurückgreifen, um wirtschaftliche Probleme zu lösen. Dies werde den Markt für Kryptowährungen, vor allem für Bitcoin, ankurbeln und zu einem erneuten Bullenmarkt führen.
Alle diese monetären Machenschaften sind positiv für risikobehaftete Vermögenswerte, insbesondere Bitcoin.
Damit sieht Hayes in Kryptowährungen nicht nur eine Absicherung gegen die traditionelle Finanzwelt, sondern auch eine Anlageklasse, die von den geldpolitischen Fehlentscheidungen der Regierungen profitieren könnte. In seinen Augen sind Kryptowährungen die Antwort auf die langfristigen Probleme eines überdehnten Finanzsystems.