Bitcoin stürzt Richtung $15.000 da Binance den Kauf von FTX ablehnt
Vor kurzem hat Binance offiziell bekannt gegeben, dass sie die Krypto-Börse FTX nicht kaufen werden. Dies folgte nach der Due-Diligence-Prüfung des Binance-Teams. Dabei waren die internen Abläufe der schuldengeplagten FTX-Börse und das Missmanagement von Nutzergeldern sowie angeblichen Ermittlungen der US-Behörden ausschlaggebend.
Das ist besorgniserregend. Nach nur einem einzigen Tag der "Prüfung" zieht Binance seine Kaufabsicht zurück. Ein größeres negatives Statement über den Zustand von FTX gibt es wohl wirklich nicht. Auf dem offiziellen Twitter-Account von Binance hieß es weiter:
"Jedes Mal, wenn ein großer Akteur in einer Branche scheitert, leiden die Verbraucher darunter. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass das Krypto-Ökosystem immer widerstandsfähiger wird, und wir glauben, dass Ausreißer, die Nutzergelder missbrauchen, mit der Zeit vom freien Markt ausgemerzt werden."
Zuvor wurde bekannt, dass die schlechten Finanzdaten von FTX bei den Top-Führungskräften von Binance Bedenken geweckt haben und dass sie möglicherweise vorzeitig aus dem Deal aussteigen werden. Am Dienstag unterzeichnete Binance eine Absichtserklärung zur Übernahme von FTX, was wie eine potenzielle Rettungsaktion aussah. Dieser Plan scheiterte jedoch bereits knapp 24 Stunden später.
Als Reaktion auf die Nachricht und die Ungewissheit bezüglich der Nutzergelder ist der FTX-Token - FTT - zum Zeitpunkt des Artikels auf 2,79 US-Dollar gesunken. Das ist ein Absturz von über 89 Prozent in nur einer Woche.
Schockwellen im Krypto-Mart
Die Nachricht, dass Binance doch nicht seinen Rivalen kaufen wird, löste einen Ausverkauf im Krypto-Markt aus. Der Bitcoin Kurs stürzte innerhalb weniger Stunden auf knapp $ 15.700, während andere Altcoins noch größere Schmerzen verbuchen mussten.
Bitcoin fiel spgar zum ersten Mal seit November 2020 unter 16.000 $, während BTC auf Binance einen Tiefstand von 15.690 $ erreichte. Viele Analysten warnen, dass eine Insolvenz von FTX die Kryptoindustrie um Jahre zurückwerfen könnte, da FTX eine Kapitalspritze in Höhe von 8 Milliarden Dollar für seine Rettung benötigt.
Der CEO von FTX, Sam Bankman-Fried, bestätigte diesen Betrag (laut einer Quelle) angeblich in einem Telefonat. Wie Bloomberg berichtet, informierte Bankman-Fried die Investoren in einem Telefonat über diese Angelegenheit, kurz bevor Binance aus dem Geschäft ausstieg. Zu den Investoren gehören BlackRock, Temasek, Sequoia Capital, Circle, Ontario Teachers' Pension Plan, Paradigm, Tiger Global, SoftBank, Ribbit Capital, Alan Howard, Multicoin Capital und VanEck.
Die anonyme Quelle ließ weiter durchsickern, dass die angeschlagene Börse nach einer Rettungsfinanzierung in Form von Schulden, Eigenkapital oder einer Kombination aus beidem sucht. SBF soll in dem Telefonat gesagt haben: "Ich habe es vermasselt", und dass er "unglaublich, unglaublich dankbar" wäre, wenn Investoren ihm helfen könnten.
Gibt es noch Hoffnung?
Jetzt, wo der Binance-Deal Geschichte ist, scheint das Schicksal von FTX am seidenen Faden zu hängen. Es könnte jedoch noch zwei kleine Funken Hoffnung geben, auch wenn Sequoia Capital diese Hoffnung nicht teilt und bereits angekündigt hat, dass sie ihre gesamte Investition in FTX und FTX.us abschreiben werden, wie gestern bekannt wurde. Hier sind über 210 Millionen Dollar investiert...
Eine Hoffnung ist das staatliche Unternehmen Temasek aus Singapur. Das Unternehmen habe SBF in seiner Rolle als Investor kontaktiert, nachdem Binance seinen vorläufigen Rettungsdeal bekannt gegeben hatte. Laut einer anonymen Quelle soll ein Temasek-Vertreter geäußert haben, dass eine CZ-Übernahme "Binance zum Herrscher der Kryptowelt machen würde".
Gleichzeitig stellte der Temasek-Sprecher klar, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Details über die Gespräche bekannt gegeben werden können. "Angesichts der laufenden Gespräche zwischen den beiden Unternehmen wäre es für uns nicht angebracht, darüber hinaus zu kommentieren".
Temasek ist möglicherweise auch nicht die einzige Möglichkeit, das sinkende Schiff zu retten. Justin Sun, der umstrittene, aber milliardenschwere Gründer der Tron-Blockchain, hat eine Reihe von zweideutigen Tweets gepostet, in denen er eine "Lösung" verspricht.
Bankman-Fried seinerseits retweetete die Tweets, was die erste Aktion ist, die er auf Twitter unternimmt, seit er über den Binance-Deal berichtet. Sun schrieb:
Im Anschluss an meine Ankündigung, hinter allen Tron-Token-Inhabern (#TRX, #BTT, #JST, #SUN, #HT) auf #FTX zu stehen, arbeiten wir zusammen mit #FTX an einer Lösung, um einen Weg nach vorne zu initiieren. Die anhaltende Liquiditätsverknappung, auch wenn sie nur von kurzer Dauer ist, schadet der Entwicklung der Branche und den Anlegern gleichermaßen. Mein Team arbeitet rund um die Uhr, um eine weitere Verschlechterung abzuwenden. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Situation mit einem ganzheitlichen Ansatz gemeinsam mit unseren Partnern in den Griff bekommen werden. Bleiben Sie dran #TRON @FTX_Official!
Es ist derzeit fraglich, ob Sun den Tweet absichtlich vage gehalten hat, um eigenes Marketing zu betreiben und nur Tron zu retten, oder ob er tatsächlich an einem Bailout der Börse interessiert ist.
Gibt es überhaupt noch vertrauenswürdige Krypto-Börsen? Das könnte helfen:
Quellen: Bloomberg, Bitcoinist