Tether in der Kritik: S&P-Downgrade und Arthur Hayes’ düstere Prognose

Marc Wenzel
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Marc Wenzel
Krypto-Analyst & Marktstratege

Seit 13 Jahren ist er tief in der Kryptoszene verwurzelt und hat den Aufstieg von Bitcoin sowie DeFi von Anfang an begleitet. Mit Fokus auf wirtschaftliche Hintergründe analysiert er den Markt sachlich und kritisch. Er hilft dabei Risiken besser zu verstehen und Chancen klar einzuordnen.

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Tether in der Kritik: S&P-Downgrade und Arthur Hayes’ düstere Prognose

Der jüngste Rückgang am Kryptomarkt hat eine Diskussion neu entfacht, die regelmäßig wiederkehrt, sobald Bitcoin deutlich nachgibt: Welche Risiken entstehen für Tether, den größten Stablecoin der Welt, wenn die volatileren Teile seiner Reserven an Wert verlieren? Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, warnt nun erneut davor, dass sich Tethers Reservepolitik zunehmend wie die eines Hedgefonds verhalte. Mit der Herabstufung durch S&P und einem Marktumfeld hoher Unsicherheit wächst die Frage, wie stabil USDT tatsächlich ist – und welche Folgen ein Tether-Schock für das gesamte Kryptosystem hätte.

Tether unter Druck: S&P stuft die Stabilität der Dollarbindung herab

Die Ratingagentur S&P Global Ratings hat Tethers Fähigkeit, die Dollarbindung zuverlässig aufrechtzuerhalten, jüngst von „eingeschränkt“ auf „schwach“ herabgestuft. Diese Einstufung betrifft ausschließlich die Stabilität des Pegs und nicht Tethers Kreditwürdigkeit, besitzt aber eine hohe Signalwirkung für den Markt. Begründet wird die Herabstufung mit der Zusammensetzung der Tether-Reserven, die neben US-Staatsanleihen auch Bitcoin, Gold und Unternehmensbeteiligungen umfassen. Damit unterscheidet sich Tether deutlich von klassischen Stablecoin-Modellen, die fast ausschließlich auf kurzfristige Staatsanleihen setzen.

Nach Einschätzung von S&P sind insbesondere die volatilen Bestandteile ein Risiko, da ihre Marktwerte innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken können. Gleichzeitig kritisiert die Ratingagentur weiterhin die fehlenden vollständigen Audits und fordert mehr Transparenz über die exakten Bestände. Der Bericht sorgt deshalb für zusätzliche Aufmerksamkeit, da Tether mit Abstand die größte Stablecoin-Liquidität im Markt stellt und jede strukturelle Schwäche direkte Auswirkungen auf Handel, Börsen und DeFi-Plattformen hätte.

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Volatile Reserven: Wie Bitcoin und Gold zum Risiko für Tether werden

Tether hält laut eigenen Angaben über 112 Milliarden US-Dollar in US-Staatsanleihen, dazu rund 116 Tonnen Gold sowie größere Mengen an Bitcoin. Diese Struktur unterscheidet sich deutlich von klassischen Stablecoins wie USDC, die fast ausschließlich auf liquide Staatsanleihen setzen. Während Gold und Bitcoin zusätzliche Gewinne ermöglichen können, erhöhen sie gleichzeitig die Komplexität der Reservebewertung. Besonders Bitcoin ist ein Faktor, der sich bei starken Kursrückgängen negativ auf den Eigenkapitalpuffer auswirken kann.

Der jüngste Bitcoin-Abverkauf verdeutlicht dieses potenzielle Spannungsfeld. Sobald Kryptowährungen, die Teil der Tether-Reserven sind, erheblich an Wert verlieren, wächst die Unsicherheit über die Stabilität des USDT-Pegs. Zwar betont Tether regelmäßig seine umfangreichen, risikoarmen Bestände, doch bleibt die Frage offen, wie volatilere Assets in Stresssituationen wirken. Diese Debatte steht im Zentrum vieler Analysen, weil Tether ein systemrelevanter Akteur ist, dessen Stabilität entscheidend für das gesamte Kryptomarkt­ökosystem bleibt.


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Tether im Fokus: Arthur Hayes vergleicht die Reservepolitik mit einem Hedgefonds

Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, argumentiert, dass sich Tether zunehmend wie ein Hedgefonds verhalte. In seinen aktuellen Kommentaren verweist er darauf, dass die Gewinne aus Tethers Bitcoin-Beständen und Goldpositionen eine Art Renditeersatz seien, da US-Staatsanleihen inzwischen nur begrenzte Erträge liefern. Diese Strategie birgt jedoch Risiken, wenn die Märkte volatil bleiben und BTC oder andere Bestandteile deutlich an Wert verlieren. Hayes sieht in dieser Kombination eine Gefahr, die im Extremfall zu Verlusten im Eigenkapital führen könnte.

Seine Einschätzungen sorgen regelmäßig für Aufsehen, da er strukturelle Risiken deutlicher anspricht als viele institutionelle Analysten. Hayes betont, dass ein stärkerer Einbruch bei Bitcoin das Verhältnis von Reserven und Verbindlichkeiten destabilisieren könnte. Besonders wichtig ist sein Hinweis, dass Tether in einem solchen Szenario theoretisch in eine Lage geraten könnte, in der die Dollarbindung unter Stress gerät. Obwohl diese Aussagen spekulativ sind, beeinflussen sie das Marktsentiment spürbar.


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Tether reagiert: CEO Paolo Ardoino wehrt sich gegen Kritik

Tether-CEO Paolo Ardoino widersprach der S&P-Herabstufung deutlich und nannte den Bericht „irreführend“. In einer Stellungnahme betonte er, dass rund 75 Prozent der Tether-Reserven aus risikoarmen Staatsanleihen und kurzfristigen Finanzinstrumenten bestünden. Außerdem verwies er auf die hohe Profitabilität des Unternehmens, das bei nur wenigen Mitarbeitern Milliarden an Gewinnen erwirtschaftet und damit jederzeit in der Lage sei, Liquiditätslücken zu schließen.

Darüber hinaus stellt Ardoino die Höhe der Reserven heraus: insgesamt 215 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten, darunter die erwähnten Staatsanleihen, Goldbestände und Kryptowährungen. Unterstützer verweisen auf bis zu 50 Milliarden US-Dollar nicht ausgeschüttetes Eigenkapital, das Tether zusätzlich absichert. Diese Argumente sollen zeigen, dass Tether auch in volatilen Marktphasen über genügend Puffer verfügen dürfte, um Stresssituationen zu überstehen.


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Zwischen struktureller Stärke und wachsendem Risiko

Die Diskussion um Tether zeigt, wie sensibel das Gleichgewicht zwischen Reserven, Marktvolatilität und Vertrauen ist. Während Tether durch hohe Bestände an Staatsanleihen und beträchtliches Eigenkapital gut abgesichert scheint, werfen die volatile Reservepolitik und die fehlenden Audits weiterhin Fragen auf. Arthur Hayes’ Warnungen sind nicht als konkrete Prognosen zu verstehen, sondern als Hinweis darauf, wie komplex und potenziell fragil das aktuelle Stablecoin-System bleiben kann.

Kurzfristig hängt die Stabilität stark von der Entwicklung der Märkte, insbesondere von Bitcoin, ab. Mittel- bis langfristig könnten mehr Transparenz, regelmäßige Audits und strengere regulatorische Vorgaben dazu beitragen, das Vertrauen weiter zu stärken. Für den Moment bleibt Tether ein mächtiger, aber engmaschig beobachteter Akteur im globalen Kryptosystem.

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Marc Wenzel
Krypto-Analyst & Marktstratege

Seit 13 Jahren ist er tief in der Kryptoszene verwurzelt und hat den Aufstieg von Bitcoin sowie DeFi von Anfang an begleitet. Mit Fokus auf wirtschaftliche Hintergründe analysiert er den Markt sachlich und kritisch. Er hilft dabei Risiken besser zu verstehen und Chancen klar einzuordnen.