Ripple erzielt Einigung mit der SEC – Schlussstrich unter jahrelangen Rechtsstreit
- Ripple zahlt nur 50 statt ursprünglich 125 Millionen US-Dollar Strafe
- Die SEC zieht ihre Berufung zurück, Ripple ebenfalls
- XRP könnte von rechtlicher Klarheit profitieren und wieder durchstarten
Ripple und SEC legen Streit bei
Nach jahrelangem Tauziehen ist es nun offiziell: Ripple Labs hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC geeinigt. Damit geht ein Rechtsstreit zu Ende, der die Krypto-Szene seit Ende 2020 beschäftigt hat. Wie die US-Journalistin Eleanor Terrett von Fox berichtet, hat Ripple einer Zahlung von 50 Millionen US-Dollar zugestimmt. Das ist deutlich weniger als die ursprünglich geforderten 125 Millionen. Im Gegenzug will die SEC ihre Berufung fallenlassen und beantragt, dass auch die gerichtliche Anordnung „sich ans Gesetz zu halten“ aufgehoben wird.
Der Konflikt hatte sich daran entzündet, dass die SEC Ripple vorwarf, mit dem Verkauf von XRP eine nicht registrierte Wertpapieremission durchgeführt zu haben. Damals wurden hohe Wellen geschlagen: XRP wurde von vielen großen Börsen – darunter Coinbase, Binance und eToro – vorübergehend aus dem Handel genommen. Das führte zu einem deutlichen Preisverfall und großer Unsicherheit unter Investoren.
XRP und Ripple: Ein Comeback mit rechtlicher Rückendeckung?
Trotz geschätzter Rechtskosten von bis zu 200 Millionen US-Dollar scheint Ripple nun mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Denn neben der reduzierten Geldstrafe bringt der Vergleich noch einen weiteren Vorteil: Rechtliche Klarheit. Ein Gericht hatte bereits 2023 entschieden, dass der Verkauf von XRP auf Sekundärmärkten – also etwa an Kryptobörsen – nicht als Wertpapierhandel einzustufen sei. Dieses Urteil bleibt weiterhin bestehen.
Für Ripple ist das ein wichtiges Signal: Das Unternehmen kann wieder ungehinderter agieren – ohne die ständige Gefahr weiterer regulatorischer Schritte. Und auch für andere Krypto-Projekte ist dies ein Hoffnungsschimmer. Die jahrelange Unsicherheit hatte viele davon abgehalten, ihre Geschäfte in den USA aufzubauen – aus Angst vor ähnlichen Klagen durch die SEC.
Kritik an der SEC wächst – Ripple geht gestärkt hervor
SEC-Chef Gary Gensler steht nach diesem Fall verstärkt in der Kritik. Beobachter werfen ihm vor, sich auf regulatorische Kleinkriege konzentriert zu haben, während größere Risiken wie der Kollaps von FTX oder Celsius lange unbemerkt blieben. Der Fall Ripple zeigt aus Sicht vieler, dass nicht jedes Krypto-Projekt automatisch ein Gesetzesverstoß ist – und dass es endlich klarere Regeln braucht.
Stuart Alderoty, Chefjurist von Ripple, zeigte sich auf der Plattform X (früher Twitter) erleichtert. Er geht davon aus, dass dies sein letzter Beitrag zum Fall gewesen sein könnte. Ripple habe im Rahmen des Vergleichs ebenfalls seine Berufung zurückgezogen. Die 50 Millionen Dollar, die nun gezahlt werden, befänden sich bereits in einem Treuhandkonto mit Zinsen. Der Restbetrag der ursprünglich geforderten Summe werde an Ripple zurücküberwiesen.
The final crossing of t’s and dotting of i’s – and what should be my last update on SEC v Ripple ever…
Last week, the SEC agreed to drop its appeal without conditions. @Ripple has now agreed to drop its cross-appeal. The SEC will keep $50M of the $125M fine (already in an…
— Stuart Alderoty (@s_alderoty) March 25, 2025