Strategy CEO nennt erstmals Bedingungen für den Verkauf von Bitcoin

Michael Sprick
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Michael Sprick
Kryptojournalist

Seit 7 Jahren berichtet er aus Barcelona über die Kryptowelt und bringt Erfahrung von Stationen wie BTC ECHO mit. Er spezialisiert sich auf Web3 sowie die EU MiCA Regulierung. Seine kritischen Analysen verbinden technisches Wissen mit Marktgeschehen und bieten Lesern klare Orientierung.

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Strategy CEO nennt erstmals Bedingungen für den Verkauf von Bitcoin

Strategys CEO Phong Le hat im Bitcoin Podcast What Bitcoin did zum ersten Mal Bedingungen genannt, unter denen das Unternehmen bereit wäre, Teile seiner Bitcoin-Bestände zu veräußern. 

Die zentrale Bedingung - Dividendenzahlungen bei Handel unter 1x MNAV

Im bekannten Podcast “What Bitcoin did” hat Strategy-CEO Phong Le zum ersten Mal Bedingungen genannt, unter denen ein Verkauf der Bitcoin-Bestände möglich wird. Er betont dabei, dass ein Verkauf die aller letzte Option sei. Der Verkauf würde dabei fast ausschließlich aus Gründen des Haftungs- und Kapitalmarkt-Managements erfolgen.

Der entscheidende Trigger wäre die Finanzierung der Dividenden auf die ausstehenden Convertible Preferred Shares (vor allem die 8 % Series A Perpetual Preferred Stock, die 2024 bei MicroStrategy 2,0 Mrd. USD ausmachen).

Phong Le formulierte es so:

„Der Verkauf von Bitcoin wäre ein letzter Ausweg, um die Preferred-Dividenden zu bedienen – aber nur, wenn gleichzeitig zwei Bedingungen erfüllt sind:

  • Wir können kein anderes Kapital am Markt aufnehmen und
  • Die Aktie handelt unter 1,0x Modified Net Asset Value (MNAV).“

Die mathematische Logik hinter der Strategie

Phong Le geht dabei auf die interne mathematische Logik ein, mit der das Unternehmen in Bitcoin investiert. Strategy rechnet intern nämlich mit dem Konzept des „BTC Yield“ – also der jährlichen Rendite, die Aktionäre durch die Bitcoin-Strategie erzielen.

Wenn die Aktie unter 1x MNAV notiert, ist der implizite Preis pro Bitcoin, den der Markt dem Unternehmen zugesteht, niedriger als der tatsächliche Buchwert der gehaltenen BTC. In diesem Fall ist es aus rein mathematischer Sicht vorteilhafter, Bitcoin zu verkaufen und damit die Dividenden zu zahlen, anstatt neue Schulden oder neue Aktien zu extrem schlechten Konditionen aufzunehmen. Le nennt das die „mathematische Seite“ der Gleichung – und betont trocken: „Mathematics usually wins.“

Narrativ und Emotionen erschweren Verkauf zusätzlich

Trotz der klaren Mathematik gibt es eine starke emotionale und narrative Barriere. Strategy hat sein gesamtes Geschäftsmodell und seine Markenidentität um die These „We do not sell Bitcoin“ aufgebaut, wie Phong Le erklärt.

 In Michael Saylor hat das Unternehmen eine klare Galionsfigur aufgebaut, deren Erfolg oder Scheitern vom Kursverlauf von Bitcoin abhängt. Es gibt sogar bereits eine laufende Class Action Klage (Sammelklage) gegen Strategy, da sich bereits jetzt viele Investoren hinters Licht geführt fühlen, da sie sich von den überaus einseitigen Worten von Saylor getäuscht und misinformiert sehen.

Phong Le geht dabei darauf ein, dass die Öffentlichkeit einen Verkauf als Kapitulation werten würde. Er zieht daraus den Schluss, dass dies das mNAV massiv einbrechen lassen könnte.

Zweite Option: Tax-Loss Harvesting mit „High-Basis-Bitcoin“

Ein theoretisches zweites Szenario wäre der gezielte Verkauf von Bitcoin-Tranchen mit sehr hohem Einstandspreis. Dadurch könnte MicroStrategy einen steuerlichen Verlust realisieren und diesen gegen andere Kapitalgewinne (z. B. aus früheren BTC-Verkäufen oder dem Software-Geschäft) verrechnen. Dieser Fall ist jedoch deutlich unwahrscheinlicher und würde wohl nur in einem extremen Steuerszenario relevant werden.

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