Asters Entfernung von DefiLlama enthüllt wachsende Integritätskrise im DeFi-Bereich
Die Entfernung von Aster durch den Datenanbieter DefiLlama hat eine heftige Debatte über Datenintegrität und Wash Trading im dezentralen Finanzwesen ausgelöst. Der Vorfall zeigt, wie umkämpft der Markt für dezentrale Derivate-Börsen geworden ist und welche Macht Datenplattformen bei der Bewertung von Projekten ausüben.
Aster, eine von YZi Labs (ehemals Binance Labs) unterstützte Derivate-DEX, hatte kürzlich einen spektakulären Anstieg des Handelsvolumens verzeichnet und sogar Hyperliquid, einen der größten Erfolge der Krypto-Branche, überholt. Doch dieser Erfolg steht nun unter Verdacht, künstlich erzeugt worden zu sein. Die Kontroverse wirft fundamentale Fragen über die Glaubwürdigkeit von Handelsdaten im DeFi-Sektor auf.
DefiLlamas Vorwürfe gegen Aster
DefiLlama-Gründer 0xngmi begründete die Entscheidung am Sonntag auf X damit, dass Asters gemeldete Volumen verdächtig denen von Binances Perpetual-Markt ähnelten. Diese Beobachtung führte zur sofortigen Entfernung der Plattform aus dem weit verbreiteten Datentrack-Service. Der Schritt hat eine polarisierte Reaktion in der Krypto-Community ausgelöst.
Aster hatte am Montag alle DEXs mit einem 24-Stunden-Handelsvolumen von 41,78 Milliarden US-Dollar angeführt, während Hyperliquid über 9 Milliarden US-Dollar verzeichnete. Diese enormen Zahlen erscheinen nun in einem anderen Licht, da Experten schätzen, dass etwa ein Viertel aller Börsen von Wash Trading und aufgeblähten Volumina betroffen sind. Greg Magadini von Amberdata erklärt, dass solche Volumen-Inflation typischerweise in zwei Kategorien fällt: Händler, die künstlich ihre Aktivität steigern, um Punkte zu sammeln oder sich für Airdrops zu qualifizieren, und Börsen, die Nutzeraktivität übertreiben, um echtes Volumen anzuziehen.
Die Debatte um gefälschte Handelsvolumen
Die Analyse verdächtiger Wallet-Aktivitäten hat die Kontroverse weiter angeheizt. X-Nutzer Dethective identifizierte die fünf wichtigsten Wallets, die in 30 Tagen 85 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen auf Aster generierten, vermutlich in Erwartung des Airdrops. Während nicht alle Top-Wallets verdächtig erschienen, zeigten mindestens zwei Anzeichen von Sybil-Verhalten zur Airdrop-Punkt-Sammlung.
Ein wichtiger Indikator für echte Handelsaktivität ist das Open Interest, das Positionen widerspiegelt, bei denen Händler Sicherheiten hinterlegen und über Zeit Finanzierungskosten zahlen müssen. Bei den neue Kryptowährungen im Perpetual-DEX-Bereich führte Hyperliquid mit 14,68 Milliarden US-Dollar Open Interest, gefolgt von Aster mit 4,86 Milliarden US-Dollar. Diese Diskrepanz zwischen Handelsvolumen und Open Interest verstärkt die Zweifel an der Authentizität von Asters Aktivität.
Herausforderungen bei der DeFi-Messung
Der Fall Aster verdeutlicht die grundlegenden Schwierigkeiten bei der Messung von Wahrheit in dezentralen Märkten. DefiLlama als einer der wichtigsten Datenlieferanten im DeFi-Bereich hat durch seine Entscheidung eine Lücke für Nutzer geschaffen, die zuverlässige Daten über die aufstrebende Perpetual-Börse suchen. Ironischerweise verwiesen Aster-Unterstützer auf Dune Analytics als Alternative, obwohl viele der zitierten Dune-Dashboards auf DefiLlamas eigene Daten angewiesen sind.
Die Kontroverse zeigt auch, wie schnell Fragen über Zahlen zu Vertrauensfragen werden können. Wash Trading ist seit langem eine Herausforderung für Krypto-Datenanbieter, und während es in traditionellen Finanzmärkten unter Kapitalmarkt- und Wertpapierregeln verboten ist, bleibt die Aufsicht im sich noch entwickelnden Krypto-Bereich begrenzt. Die Erkennung wird größtenteils Analyseunternehmen überlassen, die verdächtige Muster durch "Round-Trip"-Handelsanalyse identifizieren. Für Investoren, die sich für beste Kryptowährungen interessieren, wird es daher immer wichtiger, verschiedene Metriken zu betrachten und nicht nur auf Handelsvolumen zu vertrauen.